POLITIK
05/05/2017 07:40 CEST | Aktualisiert 05/05/2017 07:46 CEST

NRW-"Wahlarena": AfD-Mann Pretzell zeigt, dass er sein eigenes Programm nicht kennt

DPA

  • In der NRW-"Wahlarena" wurde die Schulpolitik zum wichtigsten Wahlkampfthema

  • AfD-Mann Marcus Pretzell leistete sich einen peinlichen Ausrutscher, als er nach dem Wahlprogamm seiner Partei gefragt wurde

  • Die grüne Schulministerin Löhrmann geriet wegen des "Turbo"-Abis unteer Druck

Schlussspurt vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl: Eineinhalb Wochen vor der Wahl am 14. Mai zeigte sich in der TV-"Wahlarena" des WDR, dass Kinderbetreuung und Schulpolitik die am heißesten umkämpften Themen werden. Dabei leistet sich der AfD-Kandidat Marcus Pretzell einen peinlichen Ausrutscher.

Die Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellten am Donnerstagabend in der Fernsehsendung unterschiedlichen Modellen für die Entlastungen vom "Turbo-Abitur" nach acht Jahren Gymnasium vor.

SPD, CDU, Grüne und FDP wollen den Gymnasien Wahlfreiheit für das Abitur nach acht oder neun Jahren (G8/G9) geben - allerdings mit verschiedenen Modellen. Piraten, Linke und AfD sind für die Rückkehr zu G9.

Beim Thema Kinderbetreuung unterläuft Pretzell ein peinlicher Patzer

Als die Moderatoren AfD-Mann Pretzell auf die Kinderbetreuung ansprachen, verlor der Lebensgefährte von Frauke Petry offenbar sein eigenes Parteiprogramm aus dem Blick.

"Herr Pretzell, ihre Partei findet, dass Kinder unter drei Jahren grundsätzlich besser bei der Mutter aufgehoben sind als in einer Kita", sagte Moderatorin Ellen Ehni. Pretzell schüttelte mit dem Kopf und meinte, die Aussage wäre nicht ganz richtig: "Wir wollen eine echte Wahlfreiheit."

Er hätte selbst seine ersten vier Kinder in Fremdbetreuung gegeben. Im Programm seiner Partei steht jedoch eindeutig, dass sie gegen eine Fremdbetreuung der unter Dreijährigen ist.

Später rückte Pretzell erneut in den Vordergrund. Beim Thema Terroranschläge ging er zum Angriff auf den CDU-Kandidaten Armin Laschet über und warf ihm vor, sich zum Mann der inneren Sicherheit aufzuschwingen.

Pretzell: "Le Pen wird Präsidentin von Frankreich"

Doch Laschet schlug zurück: „Ich mache parlamentarische Arbeit. Und Sie sitzen auch in einer Fraktion im EU-Parlament und die Vorsitzende heißt Frau Le Pen.“ Pretzell: "Ja und die wird Präsidentin von Frankreich." Die Zuschauer reagierten mit lautem Johlen und Buhrufen.

Doch auch für die grüne Schulministerin und Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann war es kein leichter Auftritt. Sie Steht wegen des unbeliebten "Turbo-Abis" seit Jahren unter Druck. Die Umfragewerte der Grünen sind seit der Landtagswahl 2012 von damals 11,3 auf zuletzt 6 bis 7 Prozent stark gesunken.

"Schulpolitik ist immer ein Aufregerthema bei allen Landtagswahlen", sagte die 60-Jährige. "Wir haben das Turbo-Abitur geerbt." Eingeführt worden sei es von der schwarz-gelben Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU). Eine kurzfristige Kehrtwende nach dem Machtwechsel 2010 hätten die meisten Gymnasien abgelehnt.

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