Brad Pitt: Sein neues Leben als Single-Vater

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Brad Pitt bei einer Filmpremiere im November 2016

Schauspieler Brad Pitt (53, "Fight Club") wurde in Hollywood als der perfekte Schwiegersohn gesehen: gutaussehend, charmant, ein liebevoller Ehemann und fürsorglicher Familienvater. Im September 2016 dann die Überraschung: Angelina Jolie (41, "Salt") reichte die Scheidung ein. Das Jugendamt wurde wegen eines Zwischenfalls mit Sohn Maddox (15) eingeschaltet. In einem gemeinsamen, offiziellen Statement gab das Paar Anfang 2017 schließlich bekannt, dass sie die Scheidung und die Trennungsmodalitäten unter Ausschluss der Öffentlichkeit regeln werden.

Nun berichtete Brad Pitt schonungslos ehrlich im Interview mit "GQ Style", dass er im letzten Jahr zu viel getrunken habe. Seit sechs Monaten habe er aber keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Stattdessen greife er zu Cranberrysaft und Mineralwasser. Der Schauspieler gab zudem selbstreflektiert Einblicke in seine Gefühlswelt. Sein neues Leben als Single-Vater ist ruhig im Vergleich zum Trubel mit sechs Kindern...

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Eine große Portion Selbstliebe

Brad Pitt geht nun zur Therapie. "Ich liebe es, ich liebe es", so der 53-Jährige. Der dritte Therapeut sei endlich der richtige, erzählt er. Mit einer Metapher versucht er zu erklären, wie er dabei vorgegangen ist: Er habe bei sich selbst die ganze Ausstattung und die Deko entfernt und sei nun bei der Bausubstanz angekommen. In den letzten sechs Monaten habe er seine Schwächen und Fehler betrachtet und gelernt, auf welcher Seite der Straße er gehen wolle.

"Am Ende stellt man fest: Ich bin all diese Dinge, die ich nicht mag. Das ist ein Teil von mir. Ich kann das nicht leugnen. Ich muss es akzeptieren. Und sogar annehmen. Ich muss mich dem stellen und mich darum kümmern. Denn wenn ich es leugne, verleugne ich mich", erklärt Pitt. Schmerz zu vermeiden, sei ein großer Fehler. Denn Fehltritte, Rückschläge und Schmerz seien genau die Dinge, die einen prägen, an denen man wachse und die einen besser machen. Der Schauspieler sagt zudem: "Es gibt keine Liebe ohne Verlust. Es ist ein Pauschalangebot."

Seine neue, alte Bleibe

Nach der Trennung kam Pitt zunächst sechs Wochen in Santa Monica bei einem Freund unter, bis auch dort Paparazzi aufschlugen. Dann zog er zurück sich in sein Anwesen in den Hollywood Hills, wo er seit 1994 wohnte. Für seine sechs Kinder sei das das Zuhause ihrer Kindheit, deswegen wollte er wieder dort sein. Wenn Maddox (15), Pax (13), Zahara (12), Shiloh (10) sowie die Zwillinge Vivienne und Knox (8) nicht da sind, leistet ihm Bulldogge Jacques Gesellschaft. Früher sei das Haus immer voller Chaos, Geräuschen und Stimmen gewesen. Nun sei es "sehr... sehr ehrwürdig".

Seine neue Leidenschaft

Seine Tage füllt Brad Pitt derzeit mit Kreativität. Doch er schreibt keine Drehbücher. Stattdessen verbringt er viel Zeit im Bildhauerei-Studio eines Freundes. Wenn er nichts Kreatives mit seiner Zeit anfange, würde er sich in seinem Kopf grausame Szenarien eines Niedergangs ausmalen, "ein schreckliches Ende" sozusagen. Deswegen versuche er sich nun als Künstler, etwas was er seit zehn Jahren im Hinterkopf habe. "Ich arbeite mit Lehm, Gips, Beton, Holz", so Pitt.

Die Kinder stehen im Fokus

Auch wenn Brad Pitt sich mit der Kunst austobt, liegt sein Fokus dennoch ganz klar auf seinen Kindern. "Die Familie steht an erster Stelle", stellt der Schauspieler klar. Er mache sich Sorgen, was seine Kinder alles mitbekommen, gerade weil die Medien ohne Fingerspitzengefühl und Einsicht berichten. "Es wird so gemacht, dass es sich verkauft", sagt der sechsfache Vater. Dieser Sensationsgier seien seine Kinder ausgesetzt und das schmerze ihn. "Kinder sind so zart. Sie absorbieren alles. Man muss ihre Hand halten und ihnen alles erklären. Und man muss ihnen zuhören", so Pitt weiter.

Die Scheidung sei wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. "Ich muss mehr sein. Ich muss mehr für sie sein. Ich muss ihnen das zeigen", erzählt Pitt. Wer die Kinder wann sehe, daran arbeiten er und Angelina Jolie gerade. Dass er seine Noch-Ehefrau noch liebt, scheint außer Frage zu stehen. Denn Brad Pitt zitiert die Binsenweisheit: "Wenn du jemanden liebst, gib ihn frei." Er wisse nun, was das bedeute. "Es bedeutet, jemanden ohne Besitzanspruch zu lieben. Es bedeutet, nichts im Gegenzug zu erwarten."

Nach einem Liebes-Comeback klingen seine Aussagen nicht unbedingt, trotz aller Selbstreflexion.

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