Nach ARD-Report: Hier erzählen Muslime, was in ihren Moscheen passiert

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Sie hat unter Muslimen viel Aufregung ausgelöst: die TV-Reportage des ARD-Journalisten Constantin Schreiber über deutsche Moscheen.

Schreiber hatte in verschiedenen Moscheen die Freitagspredigten besucht und kritisiert, dass fast alle sehr konservativ seien. In den sozialen Netzwerken beschwerten sich viele Muslime über die Darstellung:

#meinmoscheereport als Twitter-Trend

Offenbar haben sie ein ganz anderes Bild von ihrem religiösen Leben, als der ARD-Journalist es gezeichnet hat. Unter dem Hashtag #meinmoscheereport beschreiben einige von ihnen nun auf Twitter, was in ihrer Moschee geschieht und was ihnen an diesem Ort wichtig ist.

Zu der Aktion hatte zuerst das Debattenmagazin "IslamIQ“ aufgerufen. Auffällig an den Wortmeldungen ist, dass die Twitterer meist nicht auf die Inhalte der Predigten eingehen, sondern mehr auf das Drumherum in der Moschee.

"Da habe ich meine besten Freunde gefunden", schreibt ein User. Ein weiterer schreibt: "Gemeinsam Kochen, FIFA, Events und Reisen planen, Nachhilfe, Gärtnern ... und ab und an auch mal Ruhe finden :)"

Es gibt auch kritische Stimmen

Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, beschreibt seine Moschee als Ort zum Abschalten. "Einige machen autogenes Training, ich geh jetzt zum Nachmittagsgebet in die Moschee – Zwiegespräch mit Gott."

Viele User wollen außerdem zeigen, dass Moscheen auch ein Ort sind, an dem gelacht werden darf.

Sein Moscheereport sei, "wenn die kleine Cousine auf den Minbar (Kanzel) klettert, Rapunzel, lass dein Haar herunter‘ ruft und alle lachen müssen", schreibt ein Nutzer.

Es gibt aber durchaus auch Muslime, die sich kritisch äußern und beklagen, dass sich viele Moscheen in den letzten Jahren verändert haben.

Oben im Video seht ihr die lebhafte Diskussion in den sozialen Netzwerken.

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(sk)

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