POLITIK
04/05/2017 07:01 CEST | Aktualisiert 04/05/2017 10:03 CEST

Martin Schulz hat eine überraschende Erklärung für seine sinkenden Umfragewerte

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Martin Schulz regiert gelassen auf seine Umfragewerte

  • Martin Schulz reagiert gelassen auf seine sinkenden Umfragewerte

  • Der Anstieg der Werte der Union sei allein durch die Selbstzerfleischung der AfD zu erklären

  • Auch Schleswig-Holstein hat er noch nicht aufgegeben

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz reagiert demonstrativ gelassen auf die sinkenden Umfragewerte seiner Partei. "Wir liegen jetzt um die 30 Prozent. Als ich gestartet bin, lag die SPD bei 20 Prozent", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und wenn wir in Umfragen mal unter 30 Prozent liegen, macht das auch keinen nervös."

Für die eigenen Probleme bei Umfragen fand der SPD-Mann eine überraschende Erklärung. Der Anstieg der Werte der Union sei allein mit der Selbstzerfleischung der AfD zu erklären.

"CDU/CSU steigen in den Umfragen, weil die AfD sich selbst zerlegt", sagte der SPD-Vorsitzende. Wohin die SPD-Wähler wandern, sagte Schulz damit aber nicht.

Schulz sieht Rechtsruck in der CDU

Der Union warf der SPD-Kanzlerkandidat mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen einen Rechtsruck vor.

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"Und die Merkel-CDU macht einen Rechtsruck, um Wähler am rechten Rand an sich zu binden." Als Beleg führte Schulz die Leitkultur-Thesen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an. "Mit seinem neuen Vorstoß zur Leitkultur zielt de Maizière ganz klar auf Wähler am rechten Rand."

"Wahlkämpfe entscheiden sich auf den letzten Metern"

Die SPD sei hoch motiviert, aber alle wüssten: "Vor uns liegt viel Arbeit." Er werde immer nach dem "Schulz-Hype" gefragt, sagte der Kanzlerkandidat. "Aber ich habe den nicht erfunden, das ist ein Phänomen der Medien."

Schulz zeigte sich zuversichtlich, dass Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Landtagswahl in Schleswig-Holstein gewinnt.

"Wahlkämpfe entscheiden sich auf den letzten Metern", sagte Schulz bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwoch in Neumünster. Ein Drittel der Wähler sei noch unentschieden, daher müsse die SPD die letzten Tage bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag um 18 Uhr kämpfen.

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(sk/ll)