Rentnerin zeigt ihren Osterkorb auf Facebook - die Strafe folgt sofort

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Der Oster-Gruß einer 70-jährigen Frau aus Sachsen kam sie teuer zu stehen. Im Osternest der Frau befanden sich zehn selbstbemalte Eier mit Doppelrunen, Wolfsangeln und Hakenkreuzen.

Nachdem die Ex-Buchhalterin ein Foto von den Nazi-Eiern auf ihrem Facebook-Profil gepostet hatte, erhielt sie eine Anzeige und musste sich vor Gericht verantworten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Geldstrafe für Nazi-Eier

"Noch einen schönen Ostermontag allen“, schrieb die Rentnerin unter den Post des Fotos auf Facebook. Daraufhin erhielt sie eine Anzeige und wurde vom Amtsrichter zu einer Strafe von 750 Euro verurteilt.

Margit H. legte umgehend Einspruch ein und erklärte im Prozess, dass es ihr fernliege, nationalsozialistisches Gedankengut zu verbreiten.

Sie verwies auf ein Einspruchsschreiben, in dem sie auf die Glückssymbolik der Zeichen verwies. Zudem fragte sie provokant: "Gibt es denn keine Meinungsfreiheit mehr?“

Dem Richter genügten diese Argument nicht. Er konterte: "Es gibt Zeichen, deren Bedeutung jedem bekannt ist. Wenn Sie glauben, dem Gericht etwas Anderes weismachen zu können, sind Sie auf dem Holzweg.“

Daraufhin gab Margit H. zu, genau zu wissen, was Hakenkreuze sind und fragte den Richter: "Und wenn es Satire ist? Ein Spaß?“ Der Richter erwiderte: "Das ist kein Spaß!“

Margit H. zog den Einspruch zurück und zahlt nun die verhängte Strafe. Andernfalls hätte sie eine 30-tägige Ersatzfreiheitsstrafe absitzen müssen.

Klares Kokettieren mit dem Nationalsozialismus

Das Hakenkreuz oder auch Swastika genannt gilt in Kulturkreisen der ganzen Welt als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol und ist über 10.000 Jahre alt. Noch heute findet es Verwendung im Buddhismus, Jainismus und Hinduismus.

Nachdem die Nazis das Symbol für ihren ideologischen Rassenwahn missbraucht hatten, wurde es nach 1945 in Deutschland, Österreich und vielen anderen europäischen Ländern verboten.

Die Farben und Stellung der Hakenkreuze auf den Ostereiern von Margit H. lassen allerdings klar erkennen, dass es sich dabei um Symboliken aus dem Dritten Reich handelt. Ob ihr Osterkorb eine gezielte Provokation oder ihre politische Überzeugung darstellen, blieb am Ende der Verhandlung unbeantwortet.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg


(ujo)

Korrektur anregen