22-Jähriger will Ozeane von Plastikmüll befreien - dafür hat er schon 31,5 Millionen Dollar gesammelt

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THE OCEAN CLEANUP
Der 22-jährige Boyan Slat hat eine Unterwasserwand entwickelt, welche die Meere von Plastikmüll befreien soll | Facebook/Eline Spek
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  • Ein 22-jährige Niederländer hat eine Unterwasserwand entwickelt, die Plastikmüll aus den Ozeanen fischen soll
  • Nun hat er für sein Projekt "The Ocean Cleanup" rund 22 Millionen Dollar von Investoren aus den USA bekommen
  • Mit dieser finanziellen Unterstützung kann das Projekt schon 2017 in die nächste Phase gehen

Mit einer V-förmigen Unterwasserwand die Ozeane von Plastikmüll befreien - das ist der Plan des 22-jährigen Niederländers Boyan Slat. Nun kann die Erfindung des Niederländers, dank zahlreicher Investoren aus San Francisco und dem Sillicon Valley, wohl schon Ende 2017 in den Pazifischen Ozean einem Härtetest unterzogen werden.

Sltas Plan ist ambitioniert: Eine V-förmige Unterwasserwand wird in den Tiefen des Ozeans von Tauchern am Meeresboden befestigt. Die Wand wird so angebracht, dass zum Meeresboden noch genügend Platz bleibt, damit die Meerestiere unter der Wand durchschwimmen können. Im Meer treibender Plastikmüll aber wird von der Wand aufgehalten und eingepfercht.

Danach soll der Müll ans Festland befördert und dort recycled werden. Wie der Plastikmüll genau von der Unterwasserwand ans Festland getragen werden könnte und welches Recyclingverfahren dabei verwendet werden sollte, will Slat nun 2017 in einem Pilotprojekt in Japan testen.

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(credit: The Ocean Cleanup)

Der Prototyp wurde bereits in der Nordsee getestet

Die Idee für das Projekt hatte der junge Niederländer bereits 2012. Er fuhr damals mit einem Segelschiff auf eine Ozean-Expedition - ein Jahr später gründete er das Projekt “The Ocean Cleanup”.

Kurz darauf konstruierte er einen Prototypen seiner Unterwasserwand und testeten das Verfahren in einem überwachten Raum mithilfe von simulierten Wellen und Strömungen.

2016 bekam Slat dann finanzielle Unterstützung von der niederländischen Regierung, um seinen Prototyp in der Nordsee unter natürlichen Bedingungen testen zu können.

“In der Nordsee treten stärkere Stürme als im Pazifik auf, wenn die Technik hier überlebt, dann überlebt sie überall”, sagte Slat 2016 in einem Interview mit der Huffpost. Und tatsächlich hat die Wand den ersten Härtetest in der Nordsee überstanden.

the ocean cleanup

Investoren aus den USA haben nun knapp 22 Millionen Dollar gespendet

Die Investoren aus den USA haben für Slats Arbeit nun knapp 22 Millionen Dollar gespendet. Damit sind mittlerweile schon 31,5 Millionen Dollar in das nachhaltige Projekt geflossen.

Slat hat nun das Ziel, mit den Geldern das Projekt schon 2020 in vollem Umfang aktivieren zu können. Sollte seine Technik erfolgreich sein, könnte schon bald die Hälfte des Plastikmülls aus dem Pazifischen Ozean entfernt werden. Wird nichts gegen den Müll im Meer unternommen, könnten im Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Ozeanen schwimmen, sagte der junge Niederländer.

Das Ausmaß der Plastikverschmutzung ist laut aktueller Zahlen gravierend: Rund 6,4 Millionen Tonnen Plastikmüll landen laut der Naturschutzorganisation “WWF” jährlich in den Weltmeeren. Neben den Meerestieren, die kleine Plastikteile verschlucken, ist das gesamte Ökosystems der Ozeane in Gefahr.

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(credit: The Ocean Cleanup)

Boyan Slat ist überzeugt davon, dass die Unterwasserwand ein starker Anfang im Kampf gegen das Umweltproblem ist. Auf der Homepage des Projekts schreibt der Gründer: “Danke für die tolle Unterstützung. Der Tag wird kommen, an dem ihr sehen könnt, wie die erste Packung mit Plastikmüll den Ozean verlässt und ans Festland gebracht wird.”

Am 11. Mai werden Slat und sein Team mehr Details zu der nächsten Projektphase von “The Ocean Cleanup” präsentieren.

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(jg)

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