"Offene Grenzen sind keine Option": Grünen-Rebell Palmer sorgt mit Antrag für Ärger

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BORIS PALMER
"Offene Grenzen sind keine Option": Grünen-Rebell Palmer sorgt mit Antrag für Ärger | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • Die Grünen streiten über ihr Wahlprogramm
  • Der Tübinger Oberbürgermeister Palmer hat nun eine umstrittene Forderung zur Asylpolitik
  • Er will "offene Grenzen" im Programm seiner Partei ausschließen

Bei den Grünen geht der Streit ums Wahlprogramm los: Mit einem Antrag zur EU-Grenzsicherung verärgert der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer Parteikollegen vom linken Flügel.

Der umstrittene Realpolitiker will ins Programm schreiben, angesichts von 60 Millionen Flüchtlingen seien "offene Grenzen keine Option" und Deutschland könne "nicht allen Menschen, die aus guten Gründen nach Europa kommen wollen, helfen".

"Das ist unsäglich"

Der migrationspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Volker Beck, schimpfte in der "Tageszeitung": "Palmers denunziatorischer Duktus gegenüber einer menschenrechtlich orientierten Flüchtlingspolitik ist unsäglich."

Parteiratsmitglied Erik Marquardt warf Palmer in der "taz" "Angstmacherei" vor. Der Berliner Landespolitiker Georg Kössler kommentierte den Antrag online: "Tübingen ist nicht der grüne Markenkern, sondern nur ein konservatives Abziehbild davon."

Die Grünen haben im März einen Entwurf für ihr Wahlprogramm vorgestellt, Mitte Juni soll ein Bundesparteitag in Berlin über die Endfassung entscheiden. Im Entwurf heißt es unter anderem: "Wir wollen geregelte Verfahren und eine Kontrolle der europäischen Außengrenze. Nicht jeder, der zu uns kommt, kann bleiben."

Viele Änderungsanträge und heftige Meinungsverschiedenheiten sind üblich bei den Grünen, wenn sie Programme erarbeiten.

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(ll)

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