Le Pens Geldprobleme: Rechtspopulistin blamiert sich bei TV-Debatte mit wirren Aussagen zum Euro

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MARINE LE PEN
Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen will raus aus dem Euro - zumindest ein bisschen | Charles Platiau / Reuters
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  • Beim TV-Duell der französischen Präsidentschaftskandidaten geht es auch um das Thema Europa und den Euro
  • Darauf angesprochen redet sich Rechtspopulistin Le Pen um Kopf und Kragen
  • Ihr absurder Vorschlag: Sie will raus aus dem Euro - aber ihn zugleich behalten

Geld ist ein wichtiges Thema für Marine Le Pen. Immer wieder stilisiert die französische Präsidentschaftskandidatin es zu ihrem Feindbild, zu einem Götzen der Eliten.

"Ich rufe Euch auf die Arroganz und die Herrschaft des Geldes zu verhindern", sagte die französische Rechtspopulistin noch am Montag in Villepinte zu Tausenden ihrer Anhänger.

Am Mittwochabend sollte Le Pen dann beim hochemotionalen TV-Duell der Spitzenkandidaten für Frankreichs Präsidentschaftswahl über den Euro sprechen. Eigentlich eine Steilvorlage für die erklärte EU-Feindin.

Doch je länger Le Pen über den Euro sprach, desto wirrer und verquerer wurden ihre Aussagen.

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"Der Euro ist die Währung der Banker"

Zunächst war die Front-National-Politikerin noch ganz in ihrem Element: "Der Euro ist die Währung der Banker, nicht die Währung des Volkes", sagte sie.

Eine Aussage aus Le Pens Standardrepertoire europafeindlicher Statements.

Ihr Programm sieht den Ausstieg aus dem Schengen-Raum für Reisen ohne Grenzkontrollen innerhalb Europas vor. Sie will eine "Neuverhandlung" und anschließend ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs ansetzen. Und raus aus dem Euro.

Eigentlich.

Denn beim TV-Duell schlug Le Pen auf einmal ganz andere, verwirrende Töne an. Sie griff zwar die EU scharf an und verlangte eine Rückkehr zu nationalen Währungen in der Eurozone. Allerdings solle es parallel dazu weiterhin eine gemeinsame Euro-Währung geben, die etwa von Großunternehmen genutzt werden könne.

"Das ist großer Unsinn"

Ausgerechnet Le Pen, die große Kritikerin der Finanz- und Wirtschaftselite, will also eine Währung für eben diese Eliten einführen. Ein geradezu absurder Vorschlag.

"Das ist großer Unsinn", kommentierte Kontrahent Emmanuel Macron Le Pens wirres Vorhaben. Und auch auf Twitter sorgte Le Pens Schlingerkurs zum Euro für Spott.

"Zum Thema Euro hat sie keinen Plan und windet sich hin und her", kommentierte ein User.

Thomas Mayer, leitender Redakteur bei der österreichischen Zeitung "Der Standard", kritisierte auf Twitter Le Pens "totale Inkompetenz beim Thema Euro und Binnenmarkt".

Er resümierte: "Mit diesen absurden Behauptungen zum Euro hat Le Pen die Wahl definitiv verspielt."

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(ll)

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