Vermieter ließ Wohnungen jahrelang leer stehen - jetzt greift die Stadt Hamburg radikal durch

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HAMBURG WOHNHAUS
Vermieter ließ Wohnungen jahrelang leer stehen - jetzt greift die Stadt Hamburg radikal durch | ullstein bild via Getty Images
Drucken
  • In Hamburg herrscht Wohnungsknappheit
  • Dennoch sah ein Vermieter es nicht ein, seine sechs Wohnungen zu vermieten
  • Jetzt hat das Bezirksamt Hamburg-Mitte durchgegriffen

In Deutschland herrscht Wohnungsknappheit. Das macht sich vor allem in den Großstädten bemerkbar. Trotzdem gibt es immer noch Vermieter, die ihr Wohneigentum aus den unterschiedlichsten Gründen leer stehen lassen. Alleine in Hamburg soll es rund 5000 ungenutzte Wohnungen geben.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat deswegen jetzt radikal durchgegriffen - und einen Vermieter, der seine sechs Wohnungen im Stadtteil Hamm jahrelang leer stehen ließ, enteignet. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt".

Laut der Zeitung soll der Mann seine sechs Wohnungen seit 2012 nicht mehr genutzt oder vermietet haben. Sogar 18.000 Euro sollte er an Zwangsgeldern zahlen - nicht einmal diese hohe Summe konnte den Vermieter davon überzeugen, das Wohneigentum anderen Menschen zu vermieten.

Erst die Sanierung, dann die Zwangsvermietung

Die Behörde griff durch. Setzte einen Treuhänder ein, der jetzt die Schlüsselgewalt über die Wohnungen hat. Im Auftrag der Stadt werden die Objekte jetzt saniert. Den Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich muss später der uneinsichtige Vermieter zahlen.

Dann folgt die Zwangsvermietung. Die Stadt Hamburg sucht sich Mieter aus - die kann der Vermieter dann nicht mehr so einfach vor die Tür setzen.

Wohnraumschutzgesetz wurde 2013 verschärft

Es sind die ersten Wohn-Objekte, die zwangsvermietet werden. Das Hamburger Wohnraumschutzgesetz wurde bereits 2013 verschärft- und erlaubt den Bezirksämtern, nichtgenutzte Wohnräume zu sanieren und anschließend zu vermieten.

Ein Grundsatz aus dem Gesetz: "Die zuständige Behörde hat die Aufgabe, auf die Instandsetzung, die Erfüllung von Mindestanforderungen und die ordnungsmäßige Nutzung von Wohnraum hinzuwirken und die dazu erforderlichen Maßnahmen zu treffen."

Die hat die Stadt in diesem Fall ergriffen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)

Korrektur anregen