"Der müsste behandelt werden":Gregor Gysi fasst bei "Maischberger" zusammen, was das wirklich Gefährliche an Trump ist

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GREGOR GYSI
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In den USA bekommt US-Präsident Donald Trump von Gerichten und Kongress seine Grenzen aufgezeigt, in Deutschland verliert die AfD Stimmen und in Frankreich scheint sich der Neoliberale Emmanuel Macron gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchzusetzen.

"Trump, Le Pen & Co: Sind die Nationalisten entzaubert?", fragt Sandra Maischberger ihre Gäste.

Doch die reden lieber über den Weltuntergang. Maischberger schafft es nicht, ihre Gäste beim Thema zu halten. Es geht fast ausschließlich um eine Person: US-Präsident Donald Trump.

Das waren die Gäste:

● Thomas Roth, ARD-Korrespondent
● Gregor Gysi, die Linke
● Markus Feldenkirchen, "Spiegel"-Journalist
● Roger Köppel, Schweizer Publizist und SVP-Politiker
● Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin
● John Kornblum, Ex-US-Botschafter

ARD-Korrespondent Thomas Roth setzt die Stimmung für die Sendung. Er ist besonders über Trumps Unwissen besorgt.

"Dieser Mann hat gedacht, er führt eine Art von Immobiliengesellschaft. Er hat grundlegende politische Prozesse nicht verstanden und versteht sie bis heute nicht", sagt Roth. Trump habe den Kern der Demokratie nicht verstanden und sei daher ein "gefährlicher Präsident, wenn er nicht aufgehalten wird".

Der Linken-Politiker Gregor Gysi demontierte den US-Präsidenten gleich in den ersten Minuten der Sendung.

"Der ist psychisch leicht gestört und müsste behandelt werden", sagt Gysi. "Das können sie aus der Entfernung erkennen?", fragt Maischberger. Gysi antwortet selbstbewusst:

"Ja. Ich hatte solche Mandanten. Die haben Minderwertigkeitsgefühle und brauchen dann eine besondere Lautstärke, um bestimmte Komplexe zu kompensieren."

Aber abgesehen davon habe Trump falsche Vorstellung gehabt. "Der dachte, er kann machen, was er will, er ist der Chef vom Ganzen", sagt Gysi. Jetzt müsse er feststellen, dass es eine Justiz gebe.

Doch das wirklich Bedrohliche an Trump sei etwas anderes, sagt Gysi:

"Er ändert seine Meinung täglich. Das Gefährliche ist, er ist unberechenbar."

Der "Spiegel"-Journalist Feldenkirchen und der rechtskonservative Schweizer Publizist und Politiker Roger Köppel sitzen nebeneinander und können sich so ungestört in die Haare bekommen.

"Die ersten 100 Tage sind ein Erfolg, weil er vieles, was er umsetzen wollte, nicht umsetzen konnte", sagt "Spiegel"-Journalist Feldenkirchen.

Der Schweizer Köppel findet die deutsche Kritik an Trump hysterisch. "Euch sind die Sicherungen durchgebrannt - jetzt rudert ihr zurück", urteilt er über die Trump-Berichterstattung des "Spiegel".

Das Magazin hatte Trump als Supernova gezeigt, welche die Erde verschlingt, und als Henker der Freiheitsstatue. Feldenkirchen und der Mehrheit der deutschen Journalisten wirft Köppel vor, insgeheim Trumps Wähler zu verachten.

"Sie sind doch der Experte in zuspitzenden Covers", gibt Feldenkirchen zurück. "Dass sie sich darüber aufregen..."

Die ARD-Börsenexpertin Kohl warnt vor Trumps geplanten Steuersenkungen.

Die seien "halbgar". Doch wenn er Trump die Unternehmenssteuern massiv senkt, könnten Großbritannien und Frankreich nachziehen. Dann würde auch Deutschland ein "Steuerwettbewerb nach unten" bevorstehen.

Ex-US-Botschaft John Kornblum sagt schon in der 14. Minute, er sei in dieser Sendung nicht enttäuscht worden.

"Ich habe Weltuntergangsstimmung erwartet, und ihre Gäste haben sie verbreitet", so Kornblum zu Maischberger.

"Ich lebe seit 50 Jahren in diesem Land. Weltuntergangsstimmung haben ich alle zwei, drei Jahre erwartet."

Meist gehe es um die USA oder einen US-Präsidenten. Die Europäer würden dabei aber die wirklichen Umwälzungen in der Welt übersehen: die Digitalisierung und die Globalisierung.

Der Worte des Abends spricht der ARD-Journalist Roth.

"Demokratie ist was zum Selbermachen", sagt er. "Nicht zum Liken - sondern zum Hingehen und Wählen.“

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(ll)

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