"Ungewohnte Größenordnung" - bald werden wir noch mehr für ARD und ZDF zahlen müssen

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RUNDFUNKGEBUEHREN
Die Rundfunkgebühren werden steigen | DPA
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  • Die Rundfunkgebühren werden ab 2020 stark ansteigen
  • Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten rechnet mit einem Anstieg von mindestens einem Euro
  • Trotzdem entlässt die ARD 370 Mitarbeiter

Der Rundfunkbeitrag wird nach Einschätzung der zuständigen Experten steigen - und zwar in einem bisher unbekannten Ausmaß.

Man werde es in der nächsten Gebührenperiode nach 2020 wegen der steigenden Kosten nicht hinbekommen, den Beitrag stabil zu halten. Es sei eine Beitragserhöhung in einer "ungewohnten Größenordnung" möglich, sagte Fischer-Heidlberger MDR Aktuell. Er ist Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF).

"Technikveränderungen" sollen hohe Kosten verursachen

"Zahlen kann man erst abgeben, wenn man weiß, was 2019/2020 auf dem Tisch liegt. Aber ich gehe davon aus, dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird", sagte Heinz Fischer-Heidlberger am Mittwoch dem Mitteldeutschen Rundfunk.

"Spardruck ist notwendig, um die Strukturen zu verändern und neue Aufgaben bewältigen zu können", so der der KEF-Chef. "Da sind die Anstalten gut unterwegs."

Für die öffentliche Akzeptanz des Rundfunkbeitrags sei es wichtig, ihn möglichst gering zu halten. "Aber es gibt natürlich auch durch die Technikveränderungen, durch die Ausdehnung der Mediatheken und Telemedien zusätzliche Aufwendungen. Alles muss finanziert sein."

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Bis 2020 beträgt der Rundfunkbeitrag 17,50 Euro monatlich pro Haushalt. ARD und ZDF müssen vor der neuen Beitragsperioden ihren Finanzbedarf der KEF mitteilen. Die KEF macht dann einen Vorschlag zur Beitragshöhe. Die Entscheidung fällen die Länderchefs.

ARD will 370 Stellen streichen

Erst gestern war bekannt geworden, dass die ARD in den kommenden drei Jahren 370 Jobs einsparen will. Das berichtete die "Bild“-Zeitung. Grund für die Entlassungen sei ein ungedeckter Finanzbedarf von 139 Millionen Euro.

In dem Bericht über die Geschäftszahlen, die der Sender an die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten übermittelt hat, heißt es, es fehlten 233 Millionen Euro Beitragseinnahmen zum Erreichen des Planziels.

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(ll)

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