Ivanka Trumps veröffentlicht Ratgeber: Ihre Tipps könnten für Irritationen sorgen

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Mit einem Ohr immer bei der Arbeit: Ivanka Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus

Ivanka Trump ist 35 Jahre alt, Tochter eines schwerreichen Mannes, Ehefrau eines Milliardärs. Zudem dreifache Mutter. Und, nicht zuletzt, Geschäftsfrau und Beraterin des mächtigsten Mannes der Welt - wenn auch beides dank ihres Vaters, US-Präsident Donald Trump (70). Befähigt sie diese Biografie dazu, Ratschläge an arbeitende Frauen in aller Welt zu erteilen? Ivanka Trump sagt "Ja" und hat am Dienstag ein Buch mit dem Titel "Women Who Work" veröffentlicht. Die Rezensenten in den USA sind sich da allerdings nicht ganz so sicher. Und tatsächlich lassen die ersten im Netz verfügbaren Passagen des Werks Raum für Zweifel.

Ihre Balance zwischen Karriere, Kind und Ehe

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Etwas kurios scheint etwa der Ratschlag, den Ivanka Trump für alle berufstätigen Mütter parat hat: Sie sollen sich regelmäßig Zeit für ihre Kinder freihalten, erklärt die "First Daughter". Täglich 20 Minuten nehme sie sich für jedes ihrer drei Kleinen, erklärt Trump - mit Ehemann Jared Kushner (36) stehe zudem alle zwei Wochen eine "Date Night" auf dem Programm.

Und wenn sie beruflich mehrere Tage auf Reisen sei, versuche sie dafür, ein paar Tage im Home-Office bei den Kindern zu bleiben. Ein schöner Ratschlag - für Familien mit rund um die Uhr verfügbaren Haushaltshilfen und Babysittern, wie die "New York Times" kritisch anmerkt. Erwähnt werde eine solche Hilfe von Ivanka Trump im Buch aber so gut wie gar nicht.

Essen einkaufen - weder "wichtig" noch "dringend"

Das Blatt - das wohlgemerkt mit der Trump-Familie notorisch im Clinch liegt - hat auch einige weitere Fälle von Upperclass-Ratschlägen ausgemacht. Etwa in einer Passage, in der Ivanka Trump rät, Aufgaben klar zu priorisieren. Und konstatiert, das Einkaufen von Lebensmitteln sei weder "dringend" noch "wichtig". Das könnten in der Tat viele Normalbürger anders empfinden. Für Stirnrunzeln könnte auch Ivanka Trumps Hinweis sorgen, eine gesunde "Work-Life-Balance" sei schlicht "kein realistisches Ziel". "Je früher wir das akzeptieren, desto weniger werden wir gestresst sein", erklärt sie - ein Zitat, das viele Arbeitgeber freudig in die Hände klatschen lassen könnte.

Loblied auf Mama Ivana

Raum für Gossip gibt es ebenfalls: So erfahren Ivanka-Fans, dass die 35-Jährige tatsächlich einmal ein Job-Angebot von "Vogue"-Chefin Anna Wintour (67) vorliegen hatte - und Papa Donald riet, die Offerte anzunehmen. Oder dass die Familie Kushner-Trump am Freitag und Samstag gewissenhaft den Feiertag des Sabbats einhalte. Und nicht zuletzt, wie wichtig Mama Ivana (68) für Ivanka Trump war. "Es war meine Mutter, kompromisslos weiblich in einer Männer-Industrie, die für mich zuerst verkörpert und definiert hat, was es heißt, eine multidimensionale Frau zu sein - eine Frau, die an allen Aspekten ihres Lebens arbeitet", so die Präsidenten-Tochter.

Sind das ihre Vorbilder?

Keinesfalls zu mangeln scheint es - auf die volle Länge des Buches gesehen - an Zitaten mehr oder minder berühmter Denker. Unter anderem den Dalai Lama (81), Autor Deepak Chopra (69), Talkmasterin Oprah Winfrey (63) und Modedesignerin Coco Chancel (1883-1971) hat "USA Today" in "Women Who Work" als Stichwortgeber gefunden. Ob einer von ihnen den Trump'schen Ratschlag gutgeheißen hätte, auch mit Baby-Fotos auf Social-Media-Seiten zur Mutter-Rolle zu stehen? Angesichts von berechtigten Sorgen um die Privatsphäre der Heranwachsenden vermutlich eher nicht. Aber Trump'sche Kinder werden wohl ohnehin ausnahmslos zu kleinen Berühmtheiten erzogen.

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