Kurzsichtigkeit soll durch Smartphones zunehmen - das kann Folgen für alle haben

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Kurzsichtigkeit nimmt durch Smartphones zu - das kann Folgen für alle haben | Ezra Bailey via Getty Images
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  • Experten warnen vor Kurzsichtigkeit wegen Smartphones
  • Die Zahl der Betroffenen wächst
  • Asien ist stärker betroffen als Deutschland

Werden wir zu Brillenträgern wegen unseres Smartphones? Die intensive Nutzung von Handys wird nach Einschätzung von Experten zu einer spürbaren Zunahme der Kurzsichtigkeit in Deutschland führen. Das kann Folgen für alle haben.

Das ist keine neue Erkenntnis. Doch eine Studie der Universität Mainz erinnert an das Problem. Denn demnach leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit (auch Myopie genannt). Tendenz steigend, warnt der Direktor der Augenklinik der Unimedizin Rostock, Anselm Jünemann.

► Einer der Hauptgründe für Kurzsichtigkeit: Kinder und Jugendliche nutzen permanent ihr Smartphone - und verbringen dementsprechend zu wenig Zeit im Freien und im Tageslicht.

Doch auch der Anteil der Kurzsichtigen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen nimmt zu. "Früher wurde man in der Schulzeit kurzsichtig und danach hat sich nichts mehr getan", sagte der Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln, Wolfgang Wesemann bereits vor einem Jahr.

Das habe sich inzwischen geändert. Auch wegen der Smartphones.

Naharbeit lässt Augäpfel wachsen - Folge: Kurzsichtigkeit

Denn diese permanente Naharbeit ist für Myopie verantwortlich, sagt Jünemann. Denn die Augäpfel würden durch das dauerhafte Ansehen naher Objekte zum Wachsen angeregt. Ein Effekt, der sich nicht mehr umkehren lässt.

Daher sehen Kurzsichtige entfernte Objekte unscharf - eine Besserung gibt es nicht.

In Deutschland hätten aktuell sogar rund fünf Prozent der Bevölkerung einen Wert von mehr als minus sechs Dioptrien, ein bis zwei Prozent wären normal. Das erklärt der Experte der Nachrichtenagentur dpa.

Insgesamt waren bereits vor einem Jahr rund 40 Prozent der Menschen kurzsichtig, wie Wesemann damals erklärt hatte.

So stört das Smartphone unseren Schlaf

Starkkurzsichtige können nicht alle Berufe ausüben

Wächst die Zahl der fehlsichtigen Menschen, hat das Auswirkungen auf alle. Denn Betroffene können vielleicht nicht mehr jeden Beruf wahrnehmen. Piloten sollten zum Beispiel gut sehen können.

Auch kann sich eine solche Entwicklung auf die Krankheitskosten auswirken, warnt der Bericht auf der Nachrichtenseite "Heise".

Angesichts dieser Entwicklung sollten Wesemann zufolge Sehtests für Autofahrer nicht nur für die Führerscheinprüfung Pflicht sein. "Ein Wiederholungstest wäre durchaus sinnvoll", sagt er.

Was Asien nun dagegen macht

Die Entwicklung, die die Experten beschreiben, ist aber nicht nur in Deutschland zu beobachten:

In Asien habe sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metropolen innerhalb weniger Jahre von 20 auf 80 Prozent erhöht. Diese rasante Entwicklung könne nur mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen. "Das kann auf keinen Fall eine genetische Entwicklung sein, sondern eine Veränderung der Lebensumstände", sagte Wesemann.

Eine wichtige Rolle spiele dabei auch der Mangel an Tageslicht, der mit dem Lebensstil in den asiatischen Metropolen verbunden sei. In China würden deshalb in Schulen schon Glasdächer gebaut, um mehr Licht in die Räume fallen zu lassen.

Zudem träufeln sich die Betroffenen in Asien eine 0,01-prozentige Belladonna-Lösung in die Augen. "Es funktioniert, wir wissen nur nicht wie", sagt Jünemann.

Kurzsichtigkeit (Myopie) bedeutet: Menschen nehmen entfernte Objekte unscharf wahr. Das ist die Folge eines zu starken Längenwachstums des Augapfels. Naharbeit regt einen solchen Wachstum an, sagen Experten.

Betroffen sind demnach vor allem zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr – es ist auch jenes Alter, in dem viele Heranwachsende oft am Handy oder Computer sitzen.

Starke Kurzsichtigkeit gilt auch als Risikofaktor für andere Augenleiden wie Grünen Star oder Netzhautablösungen.

Myopie

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Mit Material von dpa.

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