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03/05/2017 15:14 CEST | Aktualisiert 03/05/2017 15:45 CEST

Er glaubt an seine Unschuld: Vater des Todes-Piloten Andreas Lubitz veröffentlicht umstrittenes Gutachten

Fabrizio Bensch / Reuters
Günter Lubitz auf der Pressekonferenz in Berlin. Mit einem unabhängigen Gutachten will er seinen Sohn entlasten

  • Mit einem unabhängigen Gutachten will der Vater des Piloten Andreas Lubitz dessen Unschuld beweisen

  • Das Gutachten nennt ein "aerotoxisches Syndrom" als mögliche Unglücksursache

  • Teile des Dokuments sind jetzt online einsehbar

Die Vorwürfe gegen Andreas Lubitz wiegen schwer: Im März 2015 soll der Pilot sich im Cockpit einer German-Wings Maschine verschanzt und sie dann willentlich zum Absturz gebracht haben.

Am zweiten Jahrestag des Unglücks richtete sein Vater Günter eine Pressekonferenz aus, auf der er die Schuld seines Sohnes anzweifelt. Jetzt hat er Teile des Gutachtens veröffentlicht, das die Unschuld seines Sohnes beweisen soll.

Das "aerotoxische Syndrom"

Das Gutachten von Luftfahrt-Journalist und Sachverständigen Tim van Beveren bestreitet, dass Lubitz depressiv gewesen sei oder Medikamente eingenommen habe. Vielmehr könnte das "aerotoxische Syndrom" die Ursache für das Unglück sein.

Das "aerotoxische Syndrom" tritt dann auf, wenn das Kabinenluftsystem durch Öl und Enteisungsflüssigkeit verunreinigt wird. Im Fall Lubitz vermutet van Beveren, dass die Verunreinigung so schwerwiegend war, dass sie den Piloten stark beeinflusste. Bereits seit 2008 forscht der Sachverständige an diesem Syndrom; medizinisch anerkannt ist es jedoch nicht.

Verfahrensfehler haben das Urteil beeinflusst

Weiterhin beklagt das Gutachten den Umgang der Presse mit dem Fall. Die Medien, so van Beveren, hätten Lubitz direkt nach dem Absturz "stigmatisiert" ohne dass Unabhängige seine Schuld zweifelsfrei festgestellt hätten.

Doch das sei nicht der einzige Verfahrensfehler. Während die Ermittlungen noch liefen, seien Informationen aus den geheimen Akten in die Öffentlichkeit gelangt. Diese Vorfälle haben das Verfahren maßgeblich beeinflusst.

Letztendlich müsse die Unschuldsvermutung für Lubitz weiter gelten, heißt es in dem Gutachten.

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(lp)

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