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03/05/2017 08:01 CEST | Aktualisiert 03/05/2017 12:59 CEST

Perfide Hetze: Schlager-Sänger Gabalier zeigt mit einem peinlichem Foto, dass er sich für nichts zu schade ist

Seit knapp 100 Tagen ist Alexander Van der Bellen österreichischer Bundespräsident. Zunächst blieb es still um den EU-freundlichen Politiker - bis ihm wegen einer Aussage zu Kopftüchern eine Welle der Empörung entgegenschlug.

Jetzt heizt der bekannte Schlagersänger Andreas Gabalier die Stimmung weiter auf - mit einem Foto auf Facebook.

Rechte Hetze gegen Van der Bellen

Van der Bellen hatte sich in einer Diskussionsrunde mit Schülern in Wien kritisch über die Angst vor dem Islam geäußert. Wörtlich sagte er: "Bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen, alle, aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun."

Die Aussage wurde heftig kritisiert. Der rechtspopulistische FPÖ-Politiker Hans-Christian Strache sagte etwa, Van der Bellen habe mit der Aussage "das Amt schwer beschädigt". Die Präsidentschaftskanzlei stellte klar, dass Van der Bellen damit der Stigmatisierung von Kopftuch tragenden Frauen entgegenwirken wollte.

"Gabalier ist ein strunzdummer Populist

Auf Facebook hat nun Schlagersänger Gabalier seine Meinung zu Van der Bellens Aussage öffentlich gemacht. In einem Beitrag sieht man den Sänger mit einem Tuch auf dem Kopf. "Aus Solidarität unseren Frauen gegenüber", wie er schreibt (siehe Video oben).

Ein Glas steirisches Kernöl halte er in der Hand - in "weiser Voraussicht auf das noch folgende Alkoholverbot".

Die Kopftuch-Aussage gibt Gabalier verkürzt wieder. Dass der Bundespräsident sie im Kontext der "um sich greifenden Islamophobie" gemacht habe, fehlt bei dem Schlagersänger.

Bisher erzielte der Facebook-Beitrag über 64.000 Gefällt-mir-Angaben. Einige Nutzer kritisierten den Post aber auch. Eine Nutzerin etwa schrieb: "Gabalier ist ein strunzdummer Populist!"

In einem Interview mit der deutschen Tageszeitung "Welt" hatte sich Gabalier vor einiger Zeit noch beklagt, "immer gleich in die rechte Ecke gedrückt" zu werden. Mit seinem Facebook-Posting steht er nun allerdings in einer Reihe mit den rechten Politikern Österreichs und der rechten Presse.

Mit Material der dpa

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(lp)

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