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03/05/2017 18:39 CEST | Aktualisiert 03/05/2017 18:51 CEST

Schritt in eine bessere Welt: Investoren ziehen ihr Geld aus fossilen Energien ab

Nick Oxford / Reuters
Fossile Energien - Im wahrsten Sinne des Wortes ein Relikt

  • Investoren haben immer weniger Interesse daran, ihr Geld in fossilen Energien anzulegen

  • Das sagt Dominic Hofstetter von der größten europäischen Innovationsinitiative Climate-KIC

  • Die Politik habe mit Vorhaben wie dem Kohleausstieg und der Erforschung alternativer Energien das Umdenken befördert

Windkrafträder, Photovoltaik-Anlagen und Elektroautos - erneuerbare Energien sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen versuchen im Kleinen ihr Leben nachhaltiger und energieeffizienter zu gestalten. Plötzlich sind jedoch auch große Unternehmen daran interessiert, ihr Geld in innovative Energiegewinnung investieren.

Das berichtet Dominic Hofstetter von der größten europäischen Innovationsinitiative Climate-KIC in einem Interview mit dem Newsportal "reset.org".

Großinvestoren kehren fossilen Energien den Rücken

Konzerne haben im Allgemeinen keinen sonderlich guten Ruf. Als ihr höchstes Ziel gilt es, Profit zu machen - ungeachtet dessen, ob der Weg dorthin nachhaltig ist oder nicht.

Das berichtet auch Hofstetter im Interview: "Klassische Investoren interessieren sich in der Regel nicht dafür, ob ein Produkt oder eine Technologie nun umwelt- und klimafreundlich ist oder nicht. Sie investieren, um Geld zu verdienen und sind auf hohe Finanzrenditen aus."

Doch, so sagt er, in der Investorenbranche sei ein neuer Trend zur Nachhaltigkeit zu beobachten. "Immer mehr große Investoren ziehen ihr Geld aus fossilen Energiegeschäften ab", sagt Hofstetter. "Angetrieben wird er von Klimaschützern und Ökonomen, welche die Zeichen der Zeit richtig gedeutet haben: Der Klimawandel und die Fähigkeit, sich daran anzupassen, sind essentiell bei der Bewertung von Investments."

Das sei vor allem in Deutschland, Dänemark, Finland und Schweden der Fall - aber zunehmend etwa auch in Großbritannien.

Die Politik hat wichtige Weichen gestellt

Die Haltung der Politik habe bei dem Sinneswandel eine wesentliche Rolle gespielt, glaubt Hofstetter.

Die Investoren würden die Signale der Politik hören: "So regt zum Beispiel die Diskussion um den zeitlichen Rahmen für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas die Investitionsfreude in Klimatechnologien zusätzlich an", sagt Hofstetter.

Hofstetter ist sich sicher, "dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit keinen Widerspruch darstellen."

Vorreiter Deutschland, China und Indien

In vielen Staaten lässt sich das tatsächlich schon beobachten.

Länder wie Deutschland, China und Indien sind Vorreiter in der Anwendung und Erforschung erneuerbarer Energien.

So wird in China beispielsweise eine Art Waldstadt geplant. Der italienische Architekt Stefano Boeri will mit seiner Stadt Luftverschmutzung entgegenwirken und Energiekosten senken.

Darüber hinaus sind Techniken, die erneuerbare Energie erzeugen, mittlerweile deutlich ausgereifter als zu Beginn. Sie sind dadurch verlässlicher und somit attraktiver für potenzielle Investoren.

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(jg)

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