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03/05/2017 12:43 CEST

Bericht: 40 Milliarden Euro mehr als gedacht - EU steigert Brexit-Rechnung

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Bericht: 40 Milliarden Euro mehr als gedacht - EU steigert Brexit-Rechnung

  • Laut einem Bericht der "Financial Times" steigert die EU ihre Brexit-Rechnung an Großbritannien auf 100 Milliarden Euro

  • Das sind 40 Milliarden Euro mehr, als bisher angenommen wurde

  • Großbritannien weigert sich, eine so hohe Summe zu bezahlen

Großbritannien wird sich den Brexit teuer erkaufen müssen - sehr teuer.

Bei den Brexit-Verhandlungen könnte die Europäische Union einem Bericht der "Financial Times" zufolge mehr als 100 Milliarden Euro von den Briten fordern. Das sind 40 Milliarden Euro mehr, als bisher gedacht.

Ein Sprecher von EU-Chefunterhändler Michel Barnier bestätigte die Summe auf Anfrage der "Financial Times" nicht, wohl aber, dass Experten interne Berechnungen anstellten. Großbritannien lehnte die Forderung umgehend ab.

Großbritannien will die Milliardensumme nicht zahlen

"Die technischen Arbeiten dauern an und basieren auf objektiven und nachprüfbaren Daten", erklärte Barniers Sprecher. "Wir diskutieren in diesem Zusammenhang keine Zahlen in der Öffentlichkeit."

Der britische Brexit-Minister David Davis betonte in einem Fernsehinterview, dass Großbritannien eine so hohe Summe nicht zahlen werde. Sein Land bezahle das, wozu es gesetzlich verpflichtet sei, und "nicht das, was die EU will", sagte der Politiker dem Sender ITV.

Er machte deutlich: "Wir sind keine Bittsteller."

Mehr zum Thema: Britischer Ex-Premier Tony Blair denkt über Start einer Anti-Brexit-Bewegung nach

Deutschland und Frankreich verlangen mehr Geld

Die Schlussrechnung für das Vereinigte Königreich nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft in der EU wurde bislang auf bis zu 60 Milliarden Euro taxiert.

Die "Financial Times" berichtete jedoch, dass nun Deutschland und Frankreich mehr Geld von Großbritannien verlangen. Die EU-Verhandlungsführer hätten daraufhin ihre Kalkulation überarbeitet und dabei die maximalen Forderungen erstellt.

Bei diesen geht es um ausstehende Haushaltsverpflichtungen der Briten, über Zahlungszusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte und etliches mehr. Neu hinzu gekommen sind zu den Forderungen nach Angaben der "FT" jetzt die Kosten für Agrarhilfen für die Zeit nach dem Brexit sowie EU-Verwaltungsgebühren für 2019 und 2020.

Freihandelsabkommen als Druckmittel

Die Schlussrechnung dürfte ein Hauptstreitpunkt in den Brexit-Gesprächen werden, die nach der britischen Parlamentswahl am 8. Juni beginnen. Die britische Regierung lehnt es ab, nach dem Brexit weiter große Summen an die EU zu überweisen.

Am vergangenen Mittwoch hatte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit der britischen Premierministerin Theresa May in London getroffen. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" habe Juncker deutlich gemacht, dass die EU ein starkes Druckmittel gegenüber Großbritannien besitzt.

May habe argumentiert, dass in den Verträgen nicht stehe, dass beim Austritt eine Rechnung fällig werde - dass Großbritannien der EU also kein Geld schulden würde.

Junckers deutliche Antwort: Ohne Zahlung der Milliardenrechnung kein britisches Freihandelsabkommen mit der EU. Das wäre für die Briten ein Fiasko - und würde den Brexit auf lange Sicht noch weit teurer machen, als die 100 Milliarden Euro, die von der EU nun für ihn in Rechnung gestellt werden.

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(jg)

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