Nach massiver Kritik an neuem Song - Xavier Naidoo zeigt bei Konzert, dass er nichts verstanden hat

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Die Söhne Mannheims sind wieder auf Tour. Doch über ihre Musik redet derzeit kaum jemand. Nein: Alle diskutieren über die politische Haltung des Frontmanns Xavier Naidoo (siehe auch Video oben).

Im neuen Söhne Mannheims Song "Marionetten" greift der Sänger deutsche Politiker als "Volksverräter“ an. In bester Pegida-Manier singt Naidoo da: "Alles wird vergeben, wenn Ihr einsichtig seid, sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid."

Deutsche Medien kritisierten die Söhne Mannheims scharf für die "antistaatlichen Aussagen“. Auch die HuffPost kam zu dem Schluss: Xavier Naidoo driftet immer weiter in die krude Gedankenwelt der neuen Rechten ab.

"Das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt"

Die Reaktion der Band zeigt jetzt, dass sie aus dem massiven Shitstorm nichts gelernt hat. "Ich verstehe das Lied als Appell zum Nachdenken darüber, dass Politik oft missbraucht wird. Und da wollen wir - mit zugegeben überzeichneten Worten - aufrufen, etwas dagegen zu tun", sagte der Sänger Henning Wehland am Rande des Tourstarts wenig reumütig.

Dass hinter dem Song ein klarer Aufruf zur Gewalt steckt, verkennen die Musiker. Das zeigt die Reaktion von Wehlands Bandkollege Rolf Stahlhofen. Der sagte der dpa: "Das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog.“

Ein Aufruf zum Dialog hinter vorgehaltener Waffe? Oder wie soll man die Drohung verstehen, Politiker mit der Mistgabel aus dem Parlament zu jagen?

Xavier Naidoo selbst äußerte sich dazu bislang nicht. Auch das spricht Bände.

Immerhin: Beim Tourauftakt in Mannheim spielte die Naidoo-Band den fragwürdigen Song nicht. Dass dahinter wirklich so etwas wie Einsicht steckt, ist jedoch wohl eher unwahrscheinlich.

Dafür hat Naidoo schon zu oft bewiesen, dass es ihm eben nicht um Dialog geht. Sondern darum, Verschwörungstheorien zu befeuern, den Staat zu diskreditieren – und Minderheiten anzugreifen.

(ujo)

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