Bei fast jeder Rede macht Erdogan diese Geste – das steckt dahinter

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Recep Tayyip Erdogans markante Stimme schallt über den Platz. Die Massen jubeln. Dann hebt Erdogan die Hand, zeigt vier Finger, den Daumen hält er angewinkelt.

Was steckt hinter dem Handzeichen, das der türkische Präsident immer wieder bei öffentlichen Auftritten zeigt?

Es ist das Symbol der ägyptischen Muslimbruderschaft: Das Rabia-Zeichen. Erdogan bekundet damit seine Solidarität mit der islamistischen Gruppierung.

Die hatte das Zeichen zur Zeit des Militärputsches gegen den ägyptischen Muslimbrüder-Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 entwickelt. Wütende Demonstranten zeigten es in Kairo und ganz Ägypten – als Symbol des Protests gegen dem Umsturz durch Abd al-Fattah as-Sisi.

Erdogan fühlt sich den Muslimbrüdern ideologisch verbunden

Es erinnert an die Tötung hunderter Muslimbrüder beim Rābiʿa-Massaker in Kairo durch das ägyptische Militär.

Erdogan fühlt sich den Muslimbrüdern ideologisch verbunden. Auch er vertritt eine ähnliche konservativ-sunnitische Glaubensauffassung.

Zudem hat er das Symbol neu beladen: als Zeichen für eine islamische, nationalistische Türkei. Bei seinen Reden beschwört Erdogan immer wieder "eine Nation, einen Staat, eine Flagge und eine Religion“, die er anhand der vier ausgestreckten Finger aufzählt.

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(ujo)

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