Britische Zeitung erklärt, wie in Nordkorea der Dritte Weltkrieg beginnen könnte

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NORTH KOREA PARADE
"Größte Pulverfass der Geschichte": Wie in Nordkorea der Dritte Weltkrieg beginnen könnte | KCNA KCNA / Reuters
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  • Laut der britischen Nachrichtenseite "The Independent" könnte der Nordkorea-Konflikt schnell zum Dritten Weltkrieg werden
  • Demzufolge könnte die koreanische Halbinsel das "größte Pulverfass der Geschichte"

Die Nachrichtenseite "Spiegel Online" nannte die beiden kürzlich "Die zwei Irren mit der Bombe". Gemeint sind US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktatur Kim Jong-Un.

Kim provoziert wöchentlich mit neuen Raketentests und Trump denkt offen darüber nach, Nordkorea mit einem Präventivschlag von seinem Atomprogramm abzubringen. Da fragt sich alle Welt:

Kommt es zwischen beiden Ländern zum Krieg? Wird es einen Atomkrieg geben? Könnte ein Angriff der USA gar der Auslöser eines Weltkriegs sein?

Dieses Szenario hat die britische Nachrichtenseite "The Independent" durchgespielt.

Ihr Fazit: Sollten die USA zu den Waffen greifen, könnte das schlimmere Folgen für die Welt nach sich ziehen als der Zweite Weltkrieg.

Der skrupellose Kim Jon-Un

Bisher habe der US-Präsident die richtigen Maßnahmen ergriffen, urteilt der "Independent". Trump hat ein Raketenabwehrsystem in Südkorea installiert und das Regime in Pjöngjang mehrfach gewarnt. "Doch es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie die Dinge außer Kontrolle geraten könnten", heißt es weiter.

Alles beginnt dabei mit Nordkoreas Diktatur Kim Jong-Un. Der sei nicht verrückt, sondern ein skrupelloser wie paranoider Despot. Sollten die USA weiter Druck auf ihn ausüben, könnte er den einzigen Ausweg darin sehen, Raketen auf ein Nachbarland abzuschicken - wie beispielsweise Japan.

In diesem Fall würde der Konflikt schnell eskalieren. Wie in Syrien würde Trump vermutlich mit einem Vergeltungsschlag auf eine nordkoreanische Einrichtung reagieren. "Und dann was?", lautet die nächste Frage im "Independent".

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Die merkwürdigen Männer mit den Streichhölzern

"Nordkorea versenkt ein südkoreanisches Kriegsschiff. Es gibt Gefechte am Boden. (...) Er (Kim, Anm.) sendet eine weitere Rakete über die Grenze und sie tötet amerikanische Truppen." In diesem Fall würden die USA ihre Bombardements verstärken.

Eine entscheidende Frage ist dann, wie Nordkoreas Unterstützer wie China und Russland reagieren würden. "In der gesamten Geschichte der Menschheit hat es kein größeres Pulverfass gegeben", schreibt der "Independent" alarmistisch über Nordkorea.

Und fügt hinzu: "Oder so merkwürdige Männer, die in seiner Nähe mit Streichhölzern spielen."

Bisher seien alle beteiligten Mächte froh darüber, nur Zuschauer zu sein. Aber wie lange könnten sie in der Rolle verbleiben, wenn die Kämpfe tatsächlich ausgebrochen sind?

Ein weiteres Risiko: Sollte Nordkorea kurz davor stehen, eine Langstreckenrakete zu entwicklen, die bis an die Küste der USA reicht - Trump könnte sich gezwungen sehen, das Regime in Nordkorea auszuschalten. Und das möglicherweise auch unter der Preisgabe von Südkorea oder Japan. Denn diese Länder würde Kim wohl zuerst attackieren.

Was habe Kim zu verlieren?

So oder so: Bei einem Angriff der USA könnte Kim nichts davon abhalten, auch seine Atomwaffen einzusetzen. Was habe er schließlich zu verlieren?

Die Folgen wären selbstverständlich katastrophal. Millionen Menschen könnten sterben, schreibt die Nachrichtenseite. Die Weltwirtschaft würde zusammenbrechen.

Das Szenario des "Independent" ist allerdings äußerst zugespitzt.

Sowohl die USA als auch China und Russland dürften um die desaströsen Folgen wissen, die ein militärischer Konflikt auf der koreanischen Halbinsel mit sich bringen würde. Aus diesem Grund dürften sie im Falle eine Eskalation des Konflikts vorsichtig vorgehen.

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(mf)

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