Präsidentschaftskandidat Macron: Ohne EU-Reform droht der Frexit

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Präsidentschaftskandidat Macron: Ohne EU-Reform droht der Frexit | Benoit Tessier / Reuters
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  • Frankreichs Präsidentschaftskandidat Macron fordert eine grundlegende Reform der EU
  • Alles andere sei "Betrug" und führe zum Frexit

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron erwartet einen Austritt Frankreichs aus der EU, falls sich der Staatenbund nicht grundlegend reformiert.

In einem Interview mit der britischen BBC sagte er, er verstehe sich als pro-europäisch und er glaube auch, dass die EU extrem wichtig sei für Frankreich.

"Aber gleichzeitig müssen wir den Tatsachen ins Auge sehen, unseren Leuten zuhören und zur Kenntnis nehmen, dass sie heute extrem wütend sind, ungeduldig, und die Fehlfunktion der EU ist nicht mehr tragbar."

Macron: Weitermachen wie bisher ist "Betrug"

Er sehe es als seine Aufgabe an, die EU grundlegend zu reformieren. Nichts zu ändern, sei "Betrug" am Bürger. Und würde aus seiner Sicht zum Frexit führen und dem rechten Front National unter Marine Le Pen in die Hände spielen.

Seiner Stichwahlgegnerin warf er vor, Frankreich in die Isolation führen zu wollen. Das Programm Le Pens sei "ein Programm der Abschottung, des Protektionismus, des Isolationismus, des Nationalismus", sagte Macron am Montag bei einer Kundgebung in Paris. "Sie nutzen die Wut, propagieren Lügen, stacheln Hass an, schüren Spaltungen."

Macron: Stichwahl entscheidet Zukunft des Landes für Jahrzehnte

Macron sagte, die Stichwahl zwischen ihm und Le Pen am Sonntag werde Frankreichs Zukunft für Jahrzehnte entscheiden. Es gebe die Verantwortung, "unsere Demokratie, unsere Republik zu beschützen".

Er wisse, dass auch Menschen für ihn stimmen werden, die seine Politik bekämpfen würden.

"Aber mein Kampf ist heute auch ein Kampf dafür geworden, dass Sie Ihre Meinungsverschiedenheiten morgen noch äußern können."

Mit Material von dpa

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(poc)

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