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01/05/2017 17:10 CEST | Aktualisiert 02/05/2017 00:40 CEST

CDU-Vize Klöckner: "Es ist ein Skandal, was aus de Maizières Worten gemacht wird"

Kai Pfaffenbach / Reuters
CDU-Vize Klöckner: "Es ist ein Skandal, was aus de Maizières Worten gemacht wird"

  • CDU-Vize Klöckner hat sich in der Debatte um deutsche Leitkultur hinter Innenminister de Maizière gestellt

  • Sie hält die Kritik an seinen Ideen für einen Skandal

  • Auch CDU-Innenpolitiker Bosbach verteidigte seinen Kollegen

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat für seinen 10-Punkte-Plan zur deutschen Leitkultur viel Kritik abbekommen, von SPD, Linken, Grünen, FDP. Jetzt allerdings melden sich auch Kollegen aus der Union zu Wort, die den Vorstoß richtig finden.

CDU-Vize Julia Klöckner sagte Medienberichten zufolge: "Was Herr de Maizière fordert, ist das kleine Einmaleins unseres Zusammenlebens in diesem liberalen Rechtsstaat."

In einem Video auf Twitter argumentierte sie, das Grundgesetz sei natürlich die Grundlage des Zusammenlebens, bleibe aber in vielen Teilen zu abstrakt. Deshalb sei die Diskussion über eine Leitkultur richtig.

Klöckner: "Es ist ein Skandal, was daraus gemacht wird"

"Nicht, was Thomas de Maizière gesagt hat, ist ein Skandal, sondern, das, was jetzt daraus gemacht wird", sagte Klöckner Medienberichten nach.

"Wo sind wir denn hingekommen, wenn ein Bundesminister nicht mehr ohne grenzenlose Empörungswelle des politischen Mitbewerbers aussprechen darf, was die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger denkt?"

De Maizière hatte in seiner Ideensammlung, die er in der "Bild am Sonntag" veröffentlichte, unter anderem den Stolz auf die eigene Leistung als wünschenswert skizziert, die Begrüßung per Handschlag, den Wert von Allgemeinbildung.

"Leitkultur soll nicht ausgrenzen"

CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach pflichtete de Maizière bei und sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", vor dem Hintergrund der starken Zuwanderung sei es wichtig, über das zu sprechen, was eine Gesellschaft zusammenhält.

Der Begriff Leitkultur solle "nicht ausgrenzen, sondern einladen, jene Normen und Werte zu beachten, deren Einhaltung notwendig ist, damit alle in unserem Land unabhängig von Hautfarbe, Staatsangehörigkeit und Religion friedlich und konfliktfrei miteinander leben können", sagte Bosbach.

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(poc)

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