Ermittlungen gegen Ditib-Imame: Zehn Beschuldigte verschwunden

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DITIB
Mitglieder einer türkischen Gemeinde in Hamburg in einer Ditib-Moschee (Symbolbild) | dpa
Drucken
  • Zehn der unter Spionageverdacht stehenden Ditib-Imame sind offenbar nicht mehr in Deutschland
  • Ihnen wird vorgeworfen, Gemeindemitglieder im Auftrag türkischer Behörden ausgespäht zu haben

In der Ditib-Spitzelaffäre entziehen sich offenbar beschuldigte Imame der Strafverfolgung. 10 der 16 Beschuldigten sind nach Angaben der Bundesregierung nicht mehr in Deutschland. Das berichtet die "Tagesschau".

Möglicherweise sind sie in die Türkei zurückgekehrt, um sich so der Strafverfolgung zu entziehen.

Imame sollten Informationen über Gülen-Anhänger sammeln

Bisher habe ein Sprecher von Ditib in Ankara von sechs Geistlichen gesprochen, die in die Türkei zurückgekehrt seien. Sie hätten ihre Kompetenzen überschritten, sich aber nicht strafbar gemacht, zitiert die "Tagesschau" den Sprecher.

Die Imame werden verdächtigt, im Auftrag türkischer Behörden in Deutschland spioniert zu haben. Im Februar durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen von Ditib-Geistlichen, weil sie im Verdacht standen, Gemeindemitglieder und Lehrer ausspioniert zu haben.

Sie sollten Informationen über Anhänger der Gülen-Bewegung sammeln. Die türkische Regierung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich, hat die Vorwürfe bislang aber nicht beweisen können.

Ditib ist der größte muslimische Verband in Deutschland. Er untersteht dem türkischen Regierungsministerium und entsendet Imame aus der Türkei nach Deutschland.

Mehr zum Thema: Heimliche Handyfotos und Überwachungskameras: So soll der türkische Geheimdienst in Deutschland spioniert haben

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(sk)

Korrektur anregen