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01/05/2017 18:16 CEST

Britischer Ex-Premier Tony Blair denkt über Start einer Anti-Brexit-Bewegung nach

Bloomberg via Getty Images
Wegen Brexits: Ex-Premier Tony Blair will in die Politik zurückkehren

  • Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair möchte sich wieder mehr in die Politik einmischen

  • Anlass dafür sei der Brexit, sagte Blair in einem Interview

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair will sich wieder in der Politik einmischen, vielleicht in Form einer Anti-Brexit-Bewegung. Das sagte er dem "Daily Mirror" zum 20. Jahrestag seines überwältigenden Wahlerfolgs von 1997.

"Diese Brexit-Sache hat mir eine direkte Motivation gegeben, mich mehr in die Politik einzumischen", sagte Blair. "Man muss die Ärmel hochkrempeln und das ist, was ich tun werde."

Eine Anti-Brexit-Bewegung?

Wie genau das aussehen soll, sagte Blair nicht. Aber er sagte: "Ich bin nicht sicher, ob ich das in eine politische Bewegung verwandeln kann, aber ich denke, es gibt einige Ideen, die die Leute unterstützten würden."

Er wolle sich dem Brexit-Votum nicht widersetzen, sagte Blair weiter. Er glaube aber, dass sich die Meinung der Menschen ändern werde, wenn sie den endgültigen Deal sehen.

Besorgt sei er vor allem über den Plan der britischen Regierung, den Europäischen Binnenmarkt zu verlassen. "Der Binnenmarkt bringt uns in die Champions League der Handelsverträge. Ein Freihandelsabkommen ist wie die Zweite Liga, wir steigen freiwillig ab", sagte Blair.

Ins Parlament möchte Blair nicht zurück

Um einen Sitz im Parlament bei der Wahl am 8. Juni will sich Blair allerdings nicht bewerben. "Das wäre ein Schritt zu weit", sagte der 63-Jährige in einem Interview des britischen Nachrichtensenders SkyNews am Montag.

Der "Telegraph" erinnert daran, dass in Großbritannien schon ein anderer Politiker, der nicht einmal im Parlament saß, die Diskussion maßgeblich beeinflusst hat: Nigel Farage von der Ukip. Er war zum Gesicht des Brexit geworden.

Der einst populäre Labour-Politiker Blair ist in seiner Heimat inzwischen heftig umstritten - vor allem wegen seiner Unterstützung für die US-Invasion im Irak 2003. Umfragen sagen der Labour-Partei bei der anstehenden Wahl eine historische Niederlage voraus.

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(sk)

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