Beratungsfirma kassierte vom Staat mehr als 2000 Euro pro Tag für Arbeit von Praktikanten

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  • Das Unternehmen McKinsey berät das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  • Ein Berater kostet standardmäßig 2000 Euro pro Tag
  • Versehentlich wurde dieser Satz auch auf Praktikanten angewendet

Die Beratungsfirma McKinsey hat bei Aufträgen für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) Praktikanten eingesetzt und sie zum Tagessatz von mehr als 2000 Euro abgerechnet. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

Ein Unternehmenssprecher bestätigte der Zeitung die Information - allerdings sei dies nur in zwei Fällen aus Versehen passiert, "bei über 30 Projekten und mindestens 370 eingesetzten Personen“.

Auch Tochterfirma in die Arbeit eingebunden

Nach Angaben der "Bams" setzt McKinsey bei staatlichen Projekten zudem kostengünstige Berater einer Tochterfirma und Hilfskräfte als Experten ein, um einen durchschnittlichen Tagessatz pro Berater von 2000 bis 3000 Euro zu erreichen.

Die Beratungsfirma berief sich gegenüber der Zeitung auf fachliche Gründe. Die Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Orphoz seien für Projekte im öffentlichen Sektor eine sinnvolle "Abrundung des Gesamtspektrums unseres Teams".

Millionen-Aufträge vom Staat

McKinsey hat im Zuge der Flüchtlingskrise große Aufträge vom Staat erhalten. So berichtete der "Spiegel" im vergangenen Herbst, die Berater hätten seit dem Herbst 2015 Aufträge in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro erhalten. Die Dienste nahmen sowohl das Bamf als auch die Bundesagentur für Arbeit in Anspruch.

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(mf)

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