Union will mit Migranten-Grenze für Schulklassen Wahlkampf machen

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Union will mit Migranten-Grenze für Schulklassen Wahlkampf machen | Getty
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  • Vor einer Woche hatte Bildungsministerin Wanka (CDU) zuerst eine Begrenzung von Flüchtlingen gefordert
  • Ihre Begründung: Ein zu hoher Migrantenanteil pro Klasse erschwere die Integration
  • Nun will die Union das Thema im Wahlkampf weiter vorantreiben

Nach dem Vorstoß von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) wollen führende Unionspolitiker die Begrenzung des Migrantenanteils in Schulklassen vorantreiben und als Thema im Wahlkampf setzen.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus" erklärte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, er sei "zuversichtlich, dass das Thema im gemeinsamen Wahlprogramm platziert wird".

Mayer nannte auch einen Richtwert für eine Begrenzung. "Wenn der Philologenverband mahnt, dass jenseits eines Migrantenanteils von 35 Prozent kein guter Lernerfolg für alle machbar ist, sollten wir diese Warnung ernst nehmen", sagte der Innenpolitiker.

"Ausgewogener" Anteil von Kindern ohne Migrationshintergrund


Wanka hatte am 22. April gefordert, die Bundesländer müssten in Schulklassen für einen "ausgewogenen" Anteil von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund sorgen, damit die Integration gelingt.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner will ebenfalls dafür werben, Schulklassen mit einem zu hohen Migrantenanteil zu verhindern. Gegenüber "Focus" sagte Klöckner: "Wir brauchen Regelungen, die die Bundesländer in ihrer Zuständigkeit treffen, um eine bessere Balance der Klassenstruktur zu gewährleisten."

"In Klassen und Fluren muss Deutsch gesprochen werden"

Auch CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sagte dem Magazin: "Wie sollen die Kinder von Migranten in Deutschland ankommen, wenn in den Pausen auf den Fluren überwiegend türkisch, arabisch oder russisch gesprochen wird?"

Johanna Wanka habe recht: "Integration gelingt nur, wenn in der Klasse und auf den Fluren deutsch gesprochen wird und wenn Lehrer, Kinder und Eltern miteinander in Kontakt kommen."

Spahn verwahrte sich gegen Kritik an dieser Idee: "Statt der üblichen Empörungswelle wäre es schön, wenn wir da endlich mal einen Schritt weiter kamen, so schwer es in der Umsetzung ist."

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