Deutschlands Normalverdiener leiden unter immer höheren Steuerabgaben

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Deutschlands Normalverdiener ächzen unter immer höheren Steuern | Getty
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  • In Deutschland leiden Normalverdiener unter immer höheren Steuerabgaben
  • Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft
  • Allerdings sagt das Institut auch, dass starke Einkommen mehr der Steuerlast tragen, als schwache

Gut 40 Steuerarten und darüber hinaus noch rund fast zwei Dutzend steuerähnliche Abgaben gibt es in Deutschland - in wohl kaum einer Nation ist der Fiskus so kreativ darin, sich neue Abgabenregelungen auszudenken.

Genauso wie die Steuern, gehören auch die Versprechen der Politiker, für Steuersenkungen zu sorgen, zum Land. Dass dem bisher selten Taten folgten, zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der "Süddeutsche Zeitung" (SZ) vorliegt.

"Die Steuer- und Abgabenbelastung von Durchschnittsverdienern ist in kaum einem anderen Industrieland so hoch wie in Deutschland", heißt es in der Studie aus der die "SZ" zitiert.

"Die Belastung von Singles und Ehepaaren ist deutlich gestiegen"

Im Vergleich zu Mitte der 2000er Jahre nehme der Staat heute 80 Prozent mehr Einkommensteuer ein. Zum Vergleich: Die Löhne stiegen im gleichen Zeitraum nur um etwa 20 Prozent.

"Die Belastung von Singles und Ehepaaren ist deutlich gestiegen, obwohl die Steuersätze unverändert geblieben sind", erklärte der IW-Finanzexperte Tobias Hentze der "SZ".

Eine weitere IW-Studie zeigt zudem, dass untere Einkommensschichten besonders stark von der Mehrwertsteuer betroffen sind. "Erst ab einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2.700 Euro im Monat übersteigt die Einkommensteuer die Mehrwertsteuerbelastung", so die Autoren.

"Umverteilung funktioniert"

Viele Bürger werden also nicht wie versprochen entlastet. Das liegt daran, dass die Politik die Grenzen, ab welchem Einkommen sie einen höheren Steuersatz verlangt, kaum angepasst hat. Viele Arbeitnehmer verdienen zwar mehr, haben aber unterm Strich nicht mehr in der Tasche. Allerdings zwackt das Finanzamt auf das gleichgebliebene tatsächliche Gehalt mehr ab.

Reale Lohnsteigerungen hätten einen ähnlichen Effekt. Die Senkung des Eingangssteuersatzes, mit dem die Bürger entlastet werden sollten, wäre damit konterkariert worden, schreibt die "SZ".

Zwar ist die Belastung in Deutschland hoch, bekräftigt das IW. Insgesamt erziele das Steuersystem jedoch die geplante Wirkung.

"Starke Schultern tragen nicht nur bei der Einkommensteuer deutlich mehr als schwache – die gewünschte Umverteilung funktioniert also", erklärt Hentze.

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(pb)

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