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28/04/2017 22:28 CEST | Aktualisiert 29/04/2017 10:00 CEST

Die Grünen sind angeschlagen - doch es gibt eine neue Hoffnung innerhalb der Partei

ullstein bild via Getty Images
Robert Habeck von den Grünen gilt in der Partei als Hoffnungsträger.

  • Für die Grünen steht ein schwieriges Wahljahr an

  • Einige in der Partei hoffen auf Robert Habeck als Retter

  • Doch ihr Plan hat einige gewichtige Nachteile

Für die Grünen läuft es gar nicht rund. Umfragen zeigen: Immer weniger Deutsche wollen diesen Herbst für die Partei stimmen. Die Grünen könnten bei der Bundestagswahl gar unter die Fünfprozent-Hürde rutschen.

Doch für viele Parteimitglieder gibt es einen Hoffnungsträger: Robert Habeck. Der Vi­ze­mi­nis­ter­prä­si­dent von Schles­wig-Hol­stein verlor im vergangenen Winter in der Ur­wahl für die Spit­zen­kan­di­da­ten knapp gegen Cem Özde­mir. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in der neuen Ausgabe berichtet, gibt es nun aber ein Alternativplan für Berlin: "Operation Robert".

Mit frischem Wind in den Herbst

Einige Mitglieder der Partei drängten Özdemir vor dem Parteitag, zugunsten von Habeck auf die Spitzenkandidatur zu verzichten. Sie hoffen, Habeck würde der angeschlagenen Partei zu frischem Wind verhelfen, sie mit einem neuen Gesicht in der Öffentlichkeit präsentieren.

Zudem sei Habeck der ideale Kandidat, um für die Grünen deren Kernthema Ökologie erfolgreich neu zu besetzen und endlich wieder in den Vordergrund zu rücken. Habeck ist in Kiel seit fünf Jahren Umweltminister.

Doch, wie der "Spiegel" schreibt, gibt es einen großen Fehler im Habeck-Plan: Özdemir wird kaum von sich aus verzichten. Zu mühsam habe er sich an die Parteispitze gekämpft.

Für Özdemir steht viel auf dem Spiel

Würde er aufgeben, bedeute dies wohl das Ende seiner politischen Karriere. Und natürlich käme das etwas undemokratisch daher, wenn die Grünen-Spitze das Votum der Mitglieder einfach ignorieren würde.

Es gibt aber noch einen Plan, mit dem Habeck trotzdem an die Spitze katapultiert werden könnte: Und zwar dann, wenn er am Parteitag im Juni vorzeitig zum neuen Parteichef gewählt werden würde. Özdemir habe bereits zugesichert, er wolle nach den Bundestagswahlen nicht mehr Grünen-Chef sein.

Wenn die Wahlen in NRW Mitte Mai aber verloren gehen würden, wenn die Grünen aus dem Landtag fliegen würden, dann sähe es auf einmal ganz anders aus bei den Grünen, schreibt der "Spiegel". Denn dann würde Özdemir als Grünen-Vorsitzender stark in Frage gestellt.

Habeck habe seit der Urwahl von mehreren Berliner Funktionären Telefonanrufe erhalten. Sie fragten ihn über seine Pläne aus. Aktiv wolle er noch nichts unternehmen, sagen diese über Habeck.

Doch Habeck klinge, als sei er gewillt, die Rufe nicht ungehört zu lassen, wenn diese denn nur laut genug seien, berichtet der "Spiegel".

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(ks)

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