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28/04/2017 20:13 CEST | Aktualisiert 29/04/2017 08:26 CEST

Die Doppelmoral der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel

dpa
Die Doppelmoral der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel

  • Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sorgt bereits kurz nach ihrer Wahl für einen Skandal

  • Sie soll neben einem Wohnsitz in Deutschland auch einen in der Schweiz haben - ausgerechnet in der Stadt mit dem höchsten Anteil an Muslimen

Gerne kritisiert die AfD die Doppelmoral anderer, wie etwa der katholischen Kirche oder der Politiker anderer Parteien.

Doch die neue AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel scheint das unberührt zu lassen. So fordert ihre Partei geschlossene, nationale Grenzen und Grenzkontrollen. Doch sie selbst nutzt die Freizügigkeit des Reisens innerhalb des Schengen-Raums.

Alles kein Problem, schließlich gehöre politische Korrektheit sowieso "auf den Müllhaufen der Geschichte", wie sie beim Parteitag am Wochenende erklärte.

AfD-Politikern mit Wohnsitz in der Schweiz

Korrekt sollte sich Weidel aber zumindest gegenüber ihren Parteianhängern und den Wählern verhalten. Denn wie nun bekannt wurde, ist die AfD-Politikerin offiziell auch mit einem Wohnsitz in der Schweiz gemeldet.

Bisher hatte die 38-jährige Politikerin stets das baden-württembergische Überlingen als ihren Wohnort angegeben - dort habe sie auch ihren Lebensmittelpunkt.

Zudem würden im schweizerischen Biel auch ihre zwei Kinder "aus Sicherheitsgründen" leben, wie Weidel dem "Südkurier" sagte. Dort gingen sie auch in den städtischen Kindergarten - ein weiterer Widerspruch zum AfD-Parteiprogramm.

Kritisiert die Partei doch "die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch staatliche Institutionen wie Krippen", wie das Schweizer "Bieler Tagblatt" unterstreicht.

Steuerflucht wohl ausgeschlossen

Wovor Weidel ihre Kinder allerdings schützen will, ließ sie offen

Zumindest die Angst vor Muslimen - sonst gerne von der Partei geschürt - kann es nicht sein.

Denn Biel ist die Stadt mit dem höchsten Muslimen-Anteil in der ganzen Schweiz, wie die Schweizer Zeitung "Der Bund" bemerkt .

Immerhin: Weidel floh wohl nicht vor den hohen Steuern ins südliche Nachbarland.

Denn da die Politikerin - nach eigener Aussage - mit Hauptwohnsitz in Deutschland gemeldet ist, werde sie auch hierzulande steuerlich veranlagt. Unter Umständen werde die im Ausland bezahlte Steuer angerechnet, dann aber gemäß den deutschen Steuersätzen nachberechnet, wie ein Steuerberater dem "Südkurier" erklärte.

Anders als von Weidel selbst behauptet, fand das "Bieler Tagblatt" jedoch heraus, dass die Politikerin wohl jeweils über längere Zeiträume in der Schweiz lebt. So heisst es laut der Zeitung aus dem Umfeld von Weidel, dass sie und ihre Partnerin in Biel wie eine Familie wohnen würden.

Bleibt abzuwarten, wie das Weidels Parteifreunde aufnehmen.

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(ks)

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