Ärger um CDU-Plakate in NRW: Umstrittener Werbeslogan sorgt für Empörung

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Es soll eine politische Kampfansage sein an die regierende SPD. Doch die CDU in Nordrhein-Westfalen könnte mit einem Wahlplakat über ihr Ziel hinausgeschossen sein. In den sozialen Netzwerken zumindest, wird hitzig über den Webeslogan der Partei diskutiert. "Heuchelei“, werfen die einen den Christdemokraten vor, "Fischen am rechten Rand“, die anderen.

Das Plakat, mit dem der Landtagskandidat Ingro Brohl aus Moers wirbt, zeigt eine gezeichnete junge Frau in knappem Rock und schicker Bluse. Sie sagt: "Ich will mich immer frei und sicher bewegen!“

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Schon vor wenigen Tagen kamen Diskussionen über ähnliche CDU-Plakate in NRW auf. Auf denen ist der Spruch zu lesen: "Ich fühl mich hier nicht mehr sicher. Warum tun die nichts?“ Dazu der Zusatz: "Uns reicht’s! Wir wählen CDU.“

Die Idee hinter den Plakaten ist klar: Die Christdemokraten versprechen den Wählerinnen und Wählern, sie vor Übergriffen zu schützen. Besser als es die SPD-Regierung in der Vergangenheit getan hat. "Köln“ heißt das Schlagwort, das die Konservativen beim Planen der Werbung sicher im Kopf hatten.

Das Problem: Die Rechten kaufen der CDU ihre Bemühung um die Sicherheit der Frauen und Männer nicht ab. Die Linken kritisieren, die CDU würde sich an AfD-Rhetorik bedienen, Hetze betreiben.

"Selbstironie kannte ich von der CDU noch nicht"

Besonders rechte Internet-Nutzer wüten in den sozialen Medien. "Mädel, wenn Du Dich in Deutschland frei und sicher bewegen willst müssen Merkel und ihre Gäste weg“, schreibt da einer, an die Comic-Frau auf dem Plakat gewandt.

Auch die ehemalige CDU-Politikerin und AfD-Sympathisantin Erika Steinbach hatte die "Uns reicht’s!“-Kampagne ihrer Ex-Partei kritisiert. Sie schrieb: "Selbstironie kannte ich bei meiner früheren Partei bislang nicht.“

Steinbach gilt seit Jahren als scharfe Verfechterin einer harten Law-and-Order-Politik und einer Begrenzung der Zuwanderung, die sie für einen Zuwachs der Kriminalität verantwortlich macht.

Auch aus anderen politischen Lagern kommt Kritik. "Hetz- und Fremdschäm-Plakat“ nennt ein Twitter-Nutzer die Werbebotschaft, die tatsächlich an Slogans der AfD erinnert. Auch der Journalist Tilo Jung kommentierte polemisch: "Ein wahrlich faszinierendes Plakat.“

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(ks)

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