Die SPD schwächelt in Schleswig-Holstein - und Ministerpräsident Albig könnte auch für Martin Schulz zur Gefahr werden

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TORSTEN ALBIG
Kiel's mayor and Schleswig-Holstein's SPD top candidate Torsten Albig delivers his speech during an election rally in Elmshorn, April 25, 2012. State elections in Schleswig-Holstein will be held on May 6, 2012. REUTERS/Fabian Bimmer (GERMANY - Tags: POLITICS ELECTIONS) | Fabian Bimmer / Reuters
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  • Am 7. Mai findet die Landtagswahl in Schleswig-Holstein statt
  • Die CDU hat in neuesten Umfragen erstmals die SPD überholt
  • Für Ministerpräsident Torsten Albig läuft aber zur Zeit nicht nur das schief

Für Torsten Albig kommt es kurz vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ziemlich dick: Ein verunglücktes Interview, offener Widerspruch von Parteichef Martin Schulz und kein Sieg im TV-Duell gegen CDU-Herausforderer Daniel Günther - das war alles nicht schön für den Kieler Ministerpräsidenten in den letzten Tagen.

Nun verhageln den Sozialdemokraten noch Umfragen die Stimmung. Laut ZDF-"Politbarometer" und ARD-Umfrage hat erstmals in diesem Jahr die CDU die Nase vorn. Sie kann demnach für den 7. Mai mit 32 Prozent rechnen, die SPD nur noch mit 30 oder 31 Prozent. Wie in Nordrhein-Westfalen, wo eine Woche später gewählt wird, ist die Demoskopie derzeit kein Freund der Genossen.

Nicht mehr viel übrig vom "Schulz-Effekt"?

Das ist gerade für den als Überflieger gestarteten Merkel-Herausforderer Schulz misslich. Sollte es nach dem Saarland an der Küste den nächsten Rückschlag geben, würde vom "Schulz-Effekt" wohl nicht mehr viel übrig sein.

Noch bis zur Vorwoche hatten alle Umfragen dieses Jahres SPD, Grünen und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) große Hoffnungen auf eine Neuauflage ihrer seit 2012 bestehenden Koalition gemacht. Nach den jüngsten Werten würde es dafür nicht reichen.

Albig schließt keine Koalition aus

Damit wäre - abgesehen von einer großen Koalition - eine "Ampel" aus SPD, FDP und Grünen ebenso möglich wie ein "Jamaika"-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen. Und auch Rot-Rot-Grün, eventuell unter Einbeziehung des SSW, rückt wieder näher in den Fokus.

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Albig hat dies auch im TV-Duell am Dienstag nicht ausgeschlossen. Günther verlangte von Albig am Donnerstag vergeblich eine klare Stellungnahme dazu.

Albig gibt sich unerschütterlich optimistisch. "Die heutige Umfrage spornt uns an." Die SPD werde bis zum 7. Mai um jede Stimme kämpfen. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir als SPD stärkste Kraft werden und unsere Küstenkoalition fortsetzen können."

"Verdi-Schlampe"

Der bizarrste Moment des TV-Duells zwischen Albig und Günther könnte der SPD zur Wahl richtig wehtun. "Sie haben mich mal Verdi-Schlampe genannt im Landtag", warf eine Verdi-Frau mit SPD-Parteibuch dem CDU-Kandidaten vor, der dies sofort zurückwies.

Ein Beleg für die Vorwürfe der Gewerkschafterin, die dem SPD-Kreisvorstand Flensburg angehört, ist in den Landtagsunterlagen nicht zu finden. Dass dahinter eine "SPD-Schmutzkampagne" steckt, wie CDU-Spitzenkandidat Günther es darstellt, kann dieser ebenfalls nicht beweisen. Spekulationen dazu gibt es im Internet dennoch zuhauf.

Der Vorfall löste ein enormes Medienecho aus. Auf der Zielgeraden bekommt der bis dato sauber gelaufene Wahlkampf in dem früher von Politik-Skandalen erschütterten Land doch noch einen Schmutzfleck.

Schulz und Gabriel gehen auf Distanz zu Albigs Politik

Auch politisch läuft es für Albig in dieser Woche nicht so gut. SPD-Chef Schulz geht bei Wahlkampfauftritten im Norden ebenso auf Distanz zum Abschiebestopp der Landesregierung für Flüchtlinge aus Afghanistan wie zuvor schon Außenminister Sigmar Gabriel.

In der Öffentlichkeit löst Albig auch mit einem Interview im Magazin"Bunte" Kritik aus. Diese bezieht sich sowohl auf die Verkündung von Heiratsplänen so kurz vor der Wahl als auch auf Albigs Schilderungen zur Trennung von seiner langjährigen Ehefrau.

Sein Leben habe sich schneller entwickelt als ihres und man habe sich kaum noch auf Augenhöhe ausgetauscht, sagt Albig. "Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle der Mutter und Managerin unseres Haushaltes gefangen."

Dies werfe er sich insbesondere selbst vor, sagt Albig aber auch.

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(poc)

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