Was ein hessischer Rettungsassistent mit einem bewusstlosen Patienten gemacht hat, ist ein Skandal

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Was ein hessischer Rettungsassistent mit einem bewusstlosen Patienten gemacht hat, ist ein Skandal | iStock
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"Retten mit Einsatz und Leidenschaft": Das ist das Motto der Johanniter.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Rettungsdienstes in Frankfurt am Main scheint diesen Leitspruch nicht verstanden zu haben. Gegen ihn wurden nun schere Vorwürfe laut.

Der Mann soll unter anderem einen bewusstlosen Patienten verspottet haben. Davon zeugt ein WhatsApp-Chatverlauf, der der "Bild"-Zeitung vorliegt.

Der Vorwurf:

Thomas W., Rettungsassistent, wird in der Silvesternacht 2016 zu einem Einsatz gerufen. Ein Mann ist bewusstlos geworden. Anstatt ihm zu helfen, verspottet der Johanniter ihn - er malt ihm mit Kugelschreiber einen Hitler-Bart ins Gesicht. Anschließend schießt er ein Foto und teilt es in einer WhatsApp-Gruppe mit seinen Kollegen.

"Yolocaust"

Den Mann, der bewusstlos auf der Rettungstrage liegt, bezeichnet er als "Opfer #1". Dazu schreibt er noch "Trendbärte".

Die Reaktionen seiner Kollegen sind ebenso widerlich. Zurück kommen die Sprüche "Yolocaust" und "Oh, wie friedlich es schlummert".

In derselben Chat-Gruppe postet Thomas W. wenige Monate später auch ein Video. Es zeigt ihn, wie er sich über einen betrunkenen Patienten lustig macht.

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Johanniter ziehen Konsequenzen

Die verstörenden Taten kosteten dem Mann seinen Job.

Oliver Pitsch, Chef der Johanniter Rhein Main, sagte der "Bild": "Wir haben von dem Foto und den Videos erfahren und veranlasst, dass das Arbeitsverhältnis unmittelbar und sofort beendet wird.“

Die Hilfsorganisation prüft jetzt eine mögliche Strafanzeige gegen Thomas W.

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(lp)

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