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26/04/2017 11:19 CEST | Aktualisiert 26/04/2017 17:11 CEST

Klimasünder Deutschland? US-Minister erhebt absurde Vorwürfe – und lobt China

dpa
US-Energieminister Rick Perry findet klare Worte für Deutschlands Klimapolitik

  • US-Energieminister Rick Perry will nicht aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen

  • Stattdessen will er das Abkommen neu verhandeln

  • Deutschland wirft er indes vor, nicht genügend für seine Klimaziele zu tun

US-Energieminister Rick Perry hat sich gegen einen Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgesprochen - will aber, dass es neu verhandelt wird. "Ich werde dem Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht sagen, lassen Sie uns einfach aus dem Pariser Übereinkommen aussteigen", erklärte Perry Medienberichten zufolge am Dienstag bei einer Konferenz in New York.

Der US-Energieminister fiel aber vor allem mit einer überraschenden Verbalattacke gegen Deutschland auf.

Deutschland halte seine Klimaschutzversprechen nicht, so Perry

Perry betonte, dass vor allem die USA und China einen großen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen leisten würden. Deutschland und Frankreich hingegen würden nicht genug dafür tun.

So habe die Bundesrepublik zwar einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien und den Atomausstieg angekündigt, "aber Tatsache ist, dass ihre Emissionen gestiegen sind, weil sie mehr Kohle benutzen. Und sie benutzen Kohle, die keine saubere Technologie ist", resümierte Perry.

Wer sich ins Gedächtnis ruft, wie US-Präsident Donald Trump zum Klimawandel steht, erkennt die unfreiwillige Komik dieser Aussage. Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder den menschengemachten Klimawandel angezweifelt und mit dem Ausstieg aus dem Abkommen gedroht, auf das sich Ende 2015 in Paris 195 Staaten geeinigt hatten.

USA und China sind die größten Klimasünder

Sprich: Die USA glauben nicht an den Klimawandel, werfen aber gleichzeitig Deutschland vor, nicht ausreichend zu dessen Bekämpfung zu tun.

Schlimmer noch: Präsident Donald Trump hat bereits im März ein Dekret unterschrieben, mit dem zentrale Bestimmungen zum Klimaschutz aufgeweicht, abgebaut oder abgeschafft werden.

Nach China sind die USA der zweitgrößte Emittent von klimaschädlichem Kohlendioxid. Das Zweifeln der USA am Klimaschutzabkommen könnte einen immensen Rückschlag für die globalen Bemühungen gegen den Klimawandel bedeuten.

Mit Material von dpa

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(lp)

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