Studentin wird in Cottbus totgefahren - der Fahrer und seine Freunde sollen sie noch verhöhnt haben

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BLAULICHT
Totgefahrene Studentin in Cottbus: Fahrer und Freunde sollen Opfer verhöhnt haben | DPA
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  • Am Karsamstag ist in Cottbus eine ägyptische Studentin überfahren worden - sie stirbt später an den Verletzungen
  • Jetzt werden Vorwürfe laut, der Fahrer und seine Mitinsassen hätten das verletzte Opfer rassistisch beleidigt

Am Karsamstag wird um 0:30 vor der Stadthalle in Cottbus eine junge Frau von einem Auto erfasst und überfahren. Die 22-jährige Studentin muss mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Dort stirbt die Gaststudentin aus Ägypten einige Tage später. Von dem Fall berichteten die "Lausitzer Nachrichten".

Jetzt werden neue Details zum Geschehen bekannt: Der Fahrer des Unfall-Wagens und seine Freunde sollen das junge Opfer verhöhnt haben.

"Verpisst euch doch einfach wieder in euer Land"

Die "Bild"-Zeitung zitiert eine mutmaßliche Augenzeugin des Unfalls, eine Abiturientin aus Cottbus. Die Freunde der Verletzten hätten sofort versucht, erste Hilfe zu leisten, berichtet diese.

Der Wagen, der die 22-Jährige überfahren hatte, sei erst hunderte Meter nach dem Unfallort zum Stehen gekommen. Die Insassen hätten sich "gemächlich" zu der Verletzten begeben - und diese dann rassistisch beleidigt.

„Sie sagten Sätze wie: ‚Ja, mir ist klar, dass es bei euch keine Straßen gibt. Aber in Deutschland muss man eben auf die Straße gucken!‘ Und: ‚Verpisst euch doch einfach wieder in euer Land, dann werdet ihr auch nicht angefahren – scheiß Asylanten!‘“, zitiert die "Bild"-Zeitung die Augenzeugin.

Oberstaatsanwältin prüft Verfahren wegen Volksverhetzung

Laut Polizei habe der Fahrer des Wagens keinen Alkohol getrunken, schreibt die "Bild". Gegen seine Mitinsassen sei zunächst nicht ermittelt worden - bis die Aussagen der Augenzeugen auf das Verhöhnen des Opfer hingewiesen hätten.

Ein Polizeisprecher sagte der "Bild": „Von Beschimpfungen und Gelächter wussten wir bisher nichts.“ Auch die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig habe davon nichts gewusst. Sie sagte der Zeitung: „Wenn es sich so ereignet hat, wie die Zeugin schildert, prüfen wir Ermittlungsverfahren gegen die Mitfahrer wegen Beleidigung und Volksverhetzung.“

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(pb)

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