Die USA sind einen Schritt gegangen, der die Lage in Korea erheblich explosiver macht

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Das Raketenabwehrsystem THAAD provoziert China | US DEFENSE
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  • Im Konflikt mit Nordkorea demonstrieren die USA Entschlossenheit
  • In Südkorea installieren sie ein hochmodernes Raketenabwehrsystem
  • Das provoziert allerdings China: Der Konflikt spitzt sich zu

Die US-Regierung demonstriert Entschlossenheit im Konflikt mit Nordkorea - und geht dabei einen Schritt, der die Lage auf der koreanischen Halbinsel erheblich komplexer macht.

Das US-Militär begann mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea. Wie die Agentur Yonhap berichtete, wurden am Mittwochmorgen (Ortszeit) die ersten Container mit Bauteilen des Systems THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) auf ein Gelände in der Provinz Gyeongsang gebracht.

Allerdings fühlt sich China von diesem System direkt bedroht. Das Riesenreich droht nun Maßnahmen gegen Südkorea und die USA an.

Dabei verwendet die chinesische Regierung eine verblüffend aggressive Rhetorik - als seien die THAAD-Raketen direkt auf Peking gerichtet.

Was ist THAAD?

Beim Terminal High Altitude Area Defense handelt es sich um ein Abwehrsystem, das Kurz-, Mittel, und Langstreckenraketen in großer Höhe abschießt. Ballistische Raketen beschreiben beim Flug eine parabelförmige Flugbahn.

Das THAAD-System schießt sie erst im letzten Stadium ab, wenn sie sie sich im Sturzflug dem Ziel nähern. Dabei benutzt es so genannte "interceptors". Diese zerstören die Raketen nicht mit Sprengstoff, sondern rammen sie mit hoher Geschwindigkeit.

Das System besteht aus drei Teilen. Ein Fahrzeug, von dem bis zu acht Interceptors gestartet werden können, einem mobilen Radarsystem und Feuerleitstand in einem weiteren Truck.

China betrachtet die Installation des Systems in Südkorea als Bedrohung. "Ich will betonen, dass wir uns der Bereitstellung von THAAD entschlossen entgegenstellen", sagte Geng Shuang, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Dienstag. China werde Maßnahmen ergreifen, um seine nationalen Sicherheitsinteressen zu verteidigen.

north korea missile
Nordkorea provoziert die USA und Japan regelmäßig mit Raketentests - fraglich ist aber, ob diese auf einer Militärparade gezeigten Interkontinentalraketen einsatzfähig sind

Die Gründe, warum die Führung in Peking so empört ist, sind zweifelhaft. Denn: Das System ist nur zur Verteidigung geeignet.

Da es Raketen nur in der letzten Phase des Fluges angreift, ist es noch nicht einmal dazu verwendbar, um chinesische Raketen, die Richtung USA, Japan und Taiwan abgefeuert werden, abzufangen, schreibt die "Washington Post".

Wahrscheinlich befürchten die Chinesen, dass die Radaranlage des THAAD-Systems dazu geeignet ist, den chinesischen Luftraum zu überwachen.

So könnten die USA einen Vorteil bei einem möglichen Konflikt mit China erhalten. Peking beließ es nicht bei empörten Kommentaren.

Das Land verhängte Sanktionen gegen südkoreanische Konzerne und ließ die Geschäfte von Lotte, einer südkoreanischen Firma, schließen. Die hatte den Amerikanern einen Golfplatz zur Verfügung gestellt, um das Raketenabwehrsystem aufzustellen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" sollen außerdem chinesische Hacker Firmen in Südkorea angegriffen haben, die in die Bereitstellung des System involviert sind.

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(lp)

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