7 absolut rätselhafte Momente des neusten Donald-Trump-Interviews

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TRUMP INTERVIEW
Sieben absolut rätselhafte Momente aus dem neusten Donald-Trump-Interview | Jonathan Ernst / Reuters
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So viele Worte, so wenig Sinn.

Bei einem Interview mit Julie Pace von der Associated Press hat US-Präsident Donald Trump einen höchst verwirrten Eindruck hinterlassen. Er log über politische Erfolge, unterbrach sich selber und ließ sich zu mehreren wutentbrannten Tiraden hinreißen.

Die AP hat in der letzten Woche einen Ausschnitt des Interviews veröffentlicht, ein komplettes Transkript ist seit Sonntag verfügbar. Die Phrase "Donald Trump is unintelligible“ (Deutsch: Donald Trump ist nicht zu verstehen) war am Montag sogar ein Trending Topic auf Twitter. Denn: AP hatte Trumps Antworten in 16 Passagen des Interviews als "unverständlich“ markiert.

Hier sind einige der bizarrsten Momente des Interviews:

Trump blendete die Wirklichkeit aus. Er sagte, er habe "fast alles geschafft“, was die Erfüllung der Versprechungen der ersten 100 Tage im Amt betrifft.

Am 29. April ist Donald Trump 100 Tage im Amt. Er hat kein einziges seiner selbstgesetzten politischen Ziele aus dem "100 Day Action Plan“ umgesetzt.

Besonders ins Gewicht fällt hier eine Reform des Gesundheitswesens: Die Republican Healtcare Bill, eines der wichtigsten Themen aus Trumps Wahlkampf, war eine Pleite auf ganzer Linie. Auch die Gelder für den Bau der Mauer entlang der Grenze zu Mexiko konnte Trump nicht sichern.

Trump behauptete, er habe Wikileaks nie unterstützt, obwohl er zuvor mehrmals etwas ganz anderes gesagt hatte.

Als Wikileaks während des Wahlkampfes im Jahr 2016 gehackte E-Mails der Demokraten veröffentlichte, nutzte Trump das auf jeder Wahlkampfveranstaltung für sich aus. Am Freitag jedoch, als er zu der Nachricht befragt wurde, dass Justizminister Jeff Sessions plane, Wikileaks-Gründer Julian Assange strafrechtlich zu verfolgen, hörte Trump sich plötzlich ganz anders an.

"Ich habe noch nie von Wikileaks gehört. Nie davon gehört“, so Trump gegenüber der AP. "Als Wikileaks rauskam habe ich nur gesagt ‚Nun schaut euch all diese Informationen hier an, das ist ziemlich gutes Zeug‘… Ich unterstütze Wikileaks nicht.“

Trump sagte, das Electoral College mache es für einen Republikaner sehr schwer, die Wahl zu gewinnen, weil es "die Wahl zu Gunsten der Demokraten verzerre“.

Lasst das mal die ehemaligen Präsidenten George W. Bush, Ronald Reagan und Richard Nixon hören. Das US-Magazin "Newsweek" erklärte bereits im letzten Jahr, dass das Electoral College tatsächlich eher den Republikanern einen Vorteil verschaffe, da Demokraten tendenziell eher in Großstädten wählen.

Menschen, die die Demokraten wählen, leben also vermehrt im Umkreis großer Städte und konzentrieren sich auf bestimmte Regionen im ganzen Land. Sie sind in der Mehrheit, aber sie leben in relativ kompakten geographischen Regionen. Das verschafft den Republikanern einen kleinen Vorteil bei den Wahlmännern, dem Electoral College, da Wähler der Republikaner breiter verteilt leben und das System des Electoral College diese Wähler als Teil der Bevölkerung potenzial über-repräsentiert.

Trump gab zu, dass er eigentlich gar nicht so genau wusste, was die NATO eigentlich für Aufgaben hat, als er das Bündnis während des Wahlkampfes wiederholt scharf kritisierte. Fälschlicherweise sagte er auch "damals, als sie die NATO erfunden haben, gab es sowas wie Terrorismus gar nicht.“

Die NATO wurde 1949 gegründet, aber Terrorismus als Konzept besteht bereits seit mehreren tausend Jahren. Der Begriff selbst geht auf das Blutvergießen nach der Französischen Revolution im 18. Jahrhundert in Frankreich zurück.

Als er ein Treffen mit dem Politiker Elija Cummings beschrieb, lieferte Trump den folgenden Wortsalat:

"Also, er sagt Sie werden der größte Präsident in der Geschichte der, aber wissen Sie was, das nehme ich auch noch, aber Sie könnten es sein. Aber er sagte, der größte Präsident sein könnte, aber ich würde auch den anderen akzeptieren. In anderen Worten, wenn Sie den Job gut machen, aber dann akzeptiere ich das. Dann sah ich, wie er interviewet wurde und das war so, als wäre er gar nicht da. Unglaublich. Ich sah, wie er eine Woche später interviewet wurde und es war als wäre er nie in meinem Büro gewesen. Und das kann man sagen.“

Trump erzählte, irgendwie, von einer Begegnung mit Elijah Cummings im März. Laut Trump sagte ihm der Demokrat aus Maryland, dass er einer der größten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden könnte. Laut Cummings spielte sich das Ganze jedoch völlig anders ab.

Er behauptete, die Mauer an der Grenze zu Mexiko würde "nicht so teuer werden“.

Trumps eigene Einschätzungen zu den Kosten der Mauer schwankten immer wieder deutlich, seit er das Projekt vor zwei Jahren das erste Mal ins Spiel brachte. Manchmal sind es vier Milliarden Dollar, manchmal sind es zwölf Milliarden.

In seinem Interview mit der AP sagte Trump: "Ich glaube, ich kann es für zehn Milliarden oder weniger machen.“ Experten rechnen jedoch damit, so steht es auch in einem Bericht des Ministeriums für Heimatschutz, dass die Kosten sich auf circa 20 Milliarden Dollar belaufen werden.

Er unterbrach sich plötzlich selbst, um Julie Pace etwas zu trinken anzubieten.

"[Der chinesische] Präsident Xi [Jinping], wir haben irgendwie eine großartige Beziehung zueinander. Wenn ich ihn einen Währungsmanipulator nenne aber dann darum bitte, dass er das Nordkorea-Problem löst, dann funktioniert das so nicht. Man muss ein bisschen flexibel sein, erstens. Zweitens, von meinem Amtsantritt bis heute ging es immer um sehr spezielle Dinge. Es ging nicht um Allgemeinheiten. Möchten Sie vielleicht eine Cola?"

AP: Nein Danke.

Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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(lp)

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