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26/04/2017 13:57 CEST | Aktualisiert 26/04/2017 16:18 CEST

"Lindner gibt den Gauland": FDP-Chef sorgt mit Interview für Empörung

Thomas Niedermueller via Getty Images
"Lindner gibt den Gauland": FDP-Chef sorgt mit Interview für Empörung

  • FDP-Chef Christian Lindner hat dem "Stern" ein Interview gegeben

  • Darin verlangt er von Fußball-Star Mesut Özil, die deutsche Nationalhymne mitzusingen

  • Im Netz sorgt das für Empörung - unter anderem von Grünen-Politiker Jürgen Trittin

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen rückt näher – und für FDP-Chef Christian Lindner steht viel auf dem Spiel. So kurz vor der Bundestagswahl braucht die FDP in NRW ein gutes Ergebnis. Um das zu erzielen, versucht Lindner offenbar derzeit, gezielt zu provozieren.

In einem Interview mit dem Magazin "Stern" wendet sich Linder recht offensichtlich an die Menschen am rechten Rand des Wählerspektrums. "Warum sind so viele Deutschtürken keine Verfassungspatrioten?", fragt Lindner darin. Deutschland sollte beginnen, sich "offensiver zu seinem großartigen liberalen Grundgesetz zu bekennen".

Der FDP-Chef befand in diesem Zusammenhang außerdem: Der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil soll vor Spielen der Nationalmannschaft die deutsche Hymne mitsingen.

Lindner kritisierte zudem die Flüchtlingspolitik der Bundesreagierung. "Unsere Zuwanderungspolitik benötigt eine Generalinventur", sagte er dem "stern". "Wer bleibt, den müssen wir uns aussuchen. Da sollte das Ziel der Integration viel stärker die deutsche Staatsangehörigkeit sein."

"Wenn Özil rechtsaussen spielt, kann ich das auch!"

Das Interview von Lindner sorgte in den sozialen Medien schnell für Wirbel. Vor allem der Satz über Mesut Özil missfiel vielen Lesern. "Leute zwingen, eine Hymne zu singen - ist das liberal?", fragte etwa einer.

Ein anderer entwarf gleich ein neues Lindner-Plakat, auf dem der FDP-Chef mit folgendem Zitat abgebildet ist: "Wenn Özil rechtsaussen spielt, kann ich das auch! Es geht um unser Land."

Jürgen Trittin regt sich mächtig über Lindner auf

Auch Grünen-Politiker Jürgen Trittin attackierte Lindner.

"Özil-Verunglimpfung, Doppelpass-Revision, Griechenland-Bashing - Lindner gibt den Gauland", twitterte der, und verglich damit den FDP-Mann mit dem rechtsnationalen Spitzenkandidaten der AfD.

Lindners Antwort auf Trittin ließ nicht lange auf sich warten. "Wo verunglimpfe ich, wenn ich auf ausdrückliche Nachfrage zur Hymne nur schlicht sage: Ja? Die Hymne ist Symbol des Grundgesetz-Staates", verteidigte sich der FDP-Chef gegen Trittin.

Der Grünen-Politiker ist übrigens nicht der erste, der den FDP-Chef mit dem rechtsnationalen AfD-Mann Gauland vergleicht. CDU-Generalsekretär Peter Tauber hatte Lindner einst wegen dessen Kritik an der Flüchtlingspolitik der Großen Koalition als "Gauland in überteuerten Maßanzügen" bezeichnet.

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(lp)

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