Journalist erklärt bei "Lanz" am Beispiel Deutschlands, wie absurd die Frankreich-Wahl verläuft

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Journalist erklärt bei "Lanz" am Beispiel Deutschlands, wie absurd die Frankreich-Wahl verläuft | ZDF
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  • Bei "Markus Lanz" erklärte ein Journalist die Bedeutung der Frankreich-Wahl mit einem perfekten Vergleich
  • ZDF-Mann Theo Koll übertrug das Ergebnis auf Deutschland - und macht so seine Absurdität deutlich
  • Über Frankreich sagt er: "Das Parteiensystem liegt im Koma"

Am Ende blieb die ganz große Überraschung aus. Im ersten Gang der französischen Präsidentschaftswahl haben sich mit Emmanuel Macron und Marin Le Pen die beiden als Favoriten gehandelten Kandidaten durchgesetzt.

Trotz des von vielen Beobachtern vorausgesagten Resultats: Bemerkenswert ist der Ausgang der Wahl in Frankreich am Sonntag allemal. Das erklärte der ZDF-Journalist Theo Koll am Dienstagabend in der Talkshow von Markus Lanz mit einem einleuchtenden Vergleich.

So übertrug Koll das Ergebnis der Frankreichwahl einmal auf Deutschland. Er kam zu dem Fazit: "Es ist ein dramatisches Ergebnis.“ Beide großen Volksparteien seien bei der Wahl des Staatsoberhaupts nicht mehr im Rennen, erklärte der ZDF-Mann.

Dass sei, als wenn die SPD und die Union bei der kommenden Wahl plötzlich keine Rolle mehr spielen würden: "Das Parteiensystem liegt im Prinzip im Koma.“

"Französischer Präsident hat mehr Macht als der amerikanische"

Moderator Markus Lanz wollte es genauer wissen. "Das wäre also, als hätten Martin Schulz und Angela Merkel es nicht in diese entscheidende Stichwahl geschafft?“, fragte Lanz.

Koll stimmte zu. Man müsse sich vorstellen, "ein unabhängiger Sozialliberaler“ würde gegen den "neuen AfD-Chef“ um das politisch wichtigste Amt des Landes kämpfen. Und darüber hinaus "um den mächtigsten Posten in der Europäischen Union“.

Der französische Präsident habe formal "mehr Macht als der amerikanische Präsident“, sei also in Frankreich mit enormen Kompetenzen ausgestattet. "Der Präsident in Frankreich ist immer noch der König“, sagte Koll über die Bedeutung der Wahl.

Am 7. Mai kommt es zur Stichwahl zwischen Le Pen und Macron. Dann wird sich zeigen, ob sich das deutsche Nachbarland in Zukunft mit einem Alexander Gauland an der Spitze anfreunden muss. Oder es doch der große Unbekannte macht: der parteilose Emmanuel Macron.

Markus Lanz zumindest scheiterte bei dem Versuch, eine deutsche Entsprechung für Macron zu finden. So oder so - Frankreich begibt sich auf unerkundetes Terrain.

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(bp)

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