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25/04/2017 16:52 CEST | Aktualisiert 26/04/2017 09:52 CEST

Frauen-Gipfel in Berlin: Eine Frage bringt Angela Merkel auf dem Podium ins Stottern

  • Beim "Women20 Summit" in Berlin weicht Bundeskanzlerin Merkel der Frage aus, ob sie Feministin sei

  • Das Publikum fand ihre Antwort humorvoll, im Internet sorgt die Kanzlerin damit dagegen für Irritation

  • Die Szene aus Berlin seht ihr oben im Video

Am Dienstag ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin bei einer Veranstaltung über eine einfache Frage gestolpert. Mit der US-Präsidententochter Ivanka Trump und der niederländischen Königin Maxima nahm sie beim internationalen Gipfel zur Stärkung von Frauen, dem "Women20 Summit", teil.

Natürlich sprachen die Frauen auf der Bühne dort auch über den Feminismus. Moderatorin Miriam Meckel fragte die Kanzlerin: "Sind Sie eine Feministin?" Eine Frage, die man mit "Ja" oder "Nein" beantworten kann. Oder wie Merkel mit Stottern.

"Ehrlich gesagt möchte ich...", sagte die Kanzlerin, bis sie ihre Antwort abbrach. Merkel überlegte ein wenig und sagte dann weiter, zwischen ihr und der Geschichte des Feminismus gebe es "Gemeinsamkeiten und Unterschiede".

Feministinnen wie Alice Schwarzer hätten in der Vergangenheit "schwierige Kämpfe" ausgefochten. Diesen Erfolg möchte sie nicht einfach einheimsen, indem sie sage, sie sei auch Feministin.

"Dann stimmen Sie doch ab!"

"Ich habe keine Angst, wenn Sie finden, dass ich eine bin, dann stimmen Sie ab", sagte Merkel dann. "Aber ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken." Alle Frauen auf der Bühne hoben daraufhin die Hand. Für sie ist Merkel also eine Verfechterin der Frauenrechte.

Das Publikum jubelt und nahm die Antwort der Kanzlerin mit Humor. Moderatorin Meckel verkündete am Ende, mit Merkel hätten sie hier eine frischgebackene Feministin auf der Bühne.

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Ivanka Trump neben IWF-Chefin Christine Lagarde und Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: Getty.

Irritation im Netz über die Kanzlerin

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sorgte die ausweichende Antwort der Bundeskanzlerin dagegen eher für Verwirrung. "Merkel antwortet auf die Frage, ob sie Feministin ist, nicht ja. Schade", schrieb Sofia Faltenbacher, eine Redakteurin des Online-Portals "Vice"

Neben Merkel saß auch Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten, mit auf der Bühne. Anders als die Kanzlerin sagte sie deutlich: "Ich betrachte mich als Feministin. Ich glaube an die Gleichheit der Geschlechter." Auf ihren Vater angesprochen, musste sie der Kritik über sexistische und vulgäre Äußerungen Donald Trumps entgegentreten.

"Halten wir fest: Ivanka Trump definiert sich als Feministin, Angela Merkel nicht", fasste "Wirtschaftswoche"-Journalist Marc Etzold den Frauen-Gipfel zusammen.

Mehr zum Thema: Ivanka Trump kommt nach Berlin - dieser Plan von Kanzlerin Merkel steckt hinter dem Treffen

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(mf)

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