Ein Treffen mit der Linken sorgt für Zwist in der SPD

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SCHULZ
Treffen mit der Linken sorgt für Zwist in der SPD | dpa
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  • Am Dienstagabend wollen sich Politiker der Linken, der SPD und der Grünen in Berlin treffen
  • Doch im Vorfeld drängten die Sozialdemokraten auf eine Absage - was intern für Ärger sorgte

Die Linke teilt zwar unentwegt gegen die SPD aus, sie steht aber nach wie vor für eine mögliche Koalition mit den Sozialdemokraten bereit.

Das gilt selbst für Linken-Spitzenkandidatin und Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht, dem "wandelnden Sperrwerk auf dem Weg zu einem rot-rot-grünen Bündnis", wie in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "Politico" am Dienstag deutlich wurde.

SPD würde Koalitionsdebatte schaden

Doch die Partei um Martin Schulz sperrt sich dagegen. Aus Sicht führender Sozialdemokraten würde der SPD derzeitig jegliche Debatte um mögliche Koalitionspartner schaden. Der parteiinterne Zwist wurde vor dem Treffen mit Vertreten der Linken und der Grünen deutlich, wie "Spiegel Online" berichtet.

So soll auf den SPD-Initiator des Gipfels, Fraktionsvize Axel Schäfer, Druck ausgeübt worden sein, die Gespräche mit etwa hundert Beteiligten aus den drei Parteien abzusagen.

Unter anderem sind zu dem Treffen, dessen Termin seit Wochen bekannt ist, Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) eingeladen. Dazu kommen die jeweils stellvertretenden Ministerpräsidenten dieser beiden Bundesländer.

Das ist deshalb brisant, weil Thüringen und Berlin die einzigen Rot-Rot-Grün regierten Länder sind, einmal mit der Linken und einmal mit der SPD als stärkste Kraft.

Keine öffentliche Koalitionsgespräche - egal ob mit Linke, Grünen oder FDP

Am Montag soll laut "Spiegel" selbst SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz darauf gedrängt haben, dass die Partei alles unterlassen solle, was nach außen als Koalitionsgespräche gedeutet werden könnte. Egal ob mit der Linken, den Grünen oder der FDP.

In den letzten Wochen hatten Politiker von SPD und FDP verstärkt für ein Bündnis mit den Grünen nach der Bundestagswahl geworben. Ein solches scheint auch bei der bevorstehenden Landtagswahl in NRW Mitte Mai möglich.

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(poc)