"Deutsche verhöhnen Ivanka": So reagiert die US-Presse auf die Buhrufe in Berlin

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IVANKA TRUMP
Daughter of US President Ivanka Trump is pictured during the Woman 20 Summit in Berlin, Germany on April 25, 2017. The event, which is connected to the G20 under the German leadership is dedicated to Women's Economic Empowerment and Entrepreneurship. (Photo by Emmanuele Contini/NurPhoto via Getty Images) | NurPhoto via Getty Images
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  • Die Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin sind ein großes Thema für die US-Presse
  • "Fox News" kritisiert das Verhalten des Publikums heftig
  • Das "Time"-Magazin dagegen hofft, dass die Rufe bei Trump einen Lernprozess auslösen

Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin - für US-Medien war das am Dienstag ein großes Thema.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Ivanka Trump zu einem Frauen-Gipfel im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft in Berlin eingeladen. Vom Publikum wurde sie aber skeptisch empfangen.

Die Tochter des US-Präsidenten war bei der Podiumsdiskussion von Teilen des Publikums ausgebuht worden, als sie ihren Vater gegen Kritik verteidigte.

Fox News kritisiert die Buh-Rufe

Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass er eine positive Haltung gegenüber Frauen habe und auch ihre Rolle in der Arbeitswelt schätze. Die Trump-Tochter hatte zudem gesagt, sie habe ihren Vater nie als frauenfeindlich kennengelernt.

In großen US-Sendern wie ABC, CNN oder Fox waren die Buhrufe gegen Ivanka Trump Aufmacher der Berichte über ihren Besuch in Berlin, ebenso in den Artikeln großer Zeitungen.

Beim Trump-nahen Sender Fox sorgten die Buhrufe in einer Talkrunde am Dienstagabend für massive Kritik am Publikum der Podiumsveranstaltung. Der Bericht auf der Fox News-Webseite hat die Überschrift: "Deutsche verhöhnen Ivanka Trump, als sie ihren Vater verteidigt."

"Time": "Das wird Ivanka eine Lehre sein"

Auch die Washington Post schrieb: "Deutsches Publikum buht Ivanka Trump aus, weil sie ihren Vater einen Vorkämpfer für Familien nennt".

Das Magazin "Time" zeigt dagegen Verständnis für die deutschen Reaktionen und titelt: "Buh-Rufe für Ivanka Trump lassen Merkel mit rotem Gesicht zurück." Das Magazin schreibt: "Dies sollte Ivanka eine Lehre sein. Während sie sich ihrer neuen Rolle in der Weltpolitik anpasst, sollte die First Daughter erwarten, zu ihren politischen Qualifikationen befragt zu werden.

"Währenddessen sollte sich auch darauf vorbereitet sein, Antworten zu den furchtbaren Dingen zu geben, die ihr Vater in der Vergangenheit gesagt hat", schrieb "Time".

"New York Daily News": Ivanka sollte jedes Mal ausgebuht werden

Die "New York Daily News" geht sogar noch weiter. Es sei "absolut nichts Falsches daran, Ivanka Trump auszubuhen". Eher solle die Trump-Tochter jedes Mal ausgebuht werden, wenn sie behaupte, dass ihr Vater Frauen und Familien respektiere.

Ivanka sei vielleicht "förmlicher und anständiger als ihr Vater, aber auch eine Lügnerin", schreibt Kolumnist Shaun King. Der US-Präsident habe in der Vergangenheit mit eigenen Affären angegeben, Frauen auf jede erdenkliche Weise beleidigt und offen zugegeben, sie sexuell zu bedrängen.

"Würden wir Trump nur nach den schrecklichen Worten beurteilen, die aus seinem Mund kommen, wären wir im Recht, ihn ein Monster zu nennen", so der Kommentator der "New York Daily News".

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(lp)

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