POLITIK
26/04/2017 05:05 CEST | Aktualisiert 26/04/2017 05:11 CEST

Frontex-Chef schlägt Alarm: Über die Libyen-Route kommen mehr Flüchtlinge

AFP via Getty Images
Flüchtlinge aus Nordafrika treffen mit dem Frachtschiff 'Tuna 1' im italienischen Palermo ein

  • Nach Angaben des Frontex-Chefs kommen immer mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien

  • Schleuser würden die chaotische Lage in Libyen ausnutzen

  • Die Balkanroute dagegen sei geschlossen

Der Chef der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex, Fabrice Leggeri, schlägt Alarm.

Immer mehr Migranten kämen über das Mittelmeer nach Europa. "Von Januar bis Mitte April sind fast 28.000 Menschen von Libyen aus nach Italien gelangt.

Das ist ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum", sagte der Leggeri der "Passauer Neuen Presse".

Schleuser setzen immer mehr Menschen in ein Boot

Es handele sich aber nicht um syrische Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern vor allem um Menschen von der Elfenbeinküste, aus Guinea, Nigeria sowie Bangladesch.

Die Schleuser nutzten die chaotische Lage in Libyen gnadenlos aus, sagte Leggeri. "Sie setzen inzwischen im Durchschnitt 170 Menschen in ein Boot - oft ohne Proviant und ausreichend Treibstoff. Vor zwei Jahren waren es im Schnitt 100 Migranten."

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Die Route von der Türkei durch das östliche Mittelmeer nach Griechenland ist laut Leggeri weitgehend geschlossen.

Balkanroute ist "praktisch geschlossen"

"Seit Anfang des Jahres sind etwa 6000 Menschen über diesen Weg nach Griechenland gelangt. Das sind 94 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bevor das Abkommen mit der Türkei in Kraft getreten war."

Seit März 2016 seien auch mehr als 1000 Migranten in die Türkei zurückgebracht worden. Anzeichen, dass die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der EU nicht mehr umsetze, gebe es nicht.

Über die Balkanroute habe es in diesem Jahr bis Ende März 2800 illegale Grenzübertritte gegeben, sagte Leggeri weiter. Im Gesamtjahr 2016 waren es 123 000 gewesen. Auch dieser Weg sei inzwischen "praktisch geschlossen".

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