Städte-und Gemeindebund fordert Schulpflicht bis 25 Jahren für Analphabeten unter Flüchtlingen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REFUGEES GERMANY SCHOOL
Städte-und Gemeindebund fordert Schulpflicht bis 25 Jahren für Analphabeten unter Flüchtlingen (Symbolbild) | DANIEL ROLAND via Getty Images
Drucken
  • Der Städte und Gemeindebund fordert eine Schulpflicht bis 25 Jahre für junge Flüchtlinge, die Analphbeten sind
  • Außerdem sollten Sprachkurse und die Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme von Anfang an kombiniert werden

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund plädiert für eine Schulpflicht bis zum Alter von 25 Jahren für junge Flüchtlinge, die Analphabeten sind. Kinder und Jugendliche in Deutschland sind spätestens mit der Volljährigkeit davon befreit.

Außerdem sollte die Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme mit den Sprachkursen von Anfang an kombiniert werden können, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Dienstag. Die klare Trennung zwischen Sprachkursen und anschließender Arbeitsaufnahme oder Berufsorientierung habe sich nicht immer bewährt.

Verlässliche Zahlen darüber, wie viele Flüchtlinge nicht lesen und schreiben können, gibt es nicht. In einer Kurzstudie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft kommen die Autoren zu dem Urteil:

"Ob die besonders gut Gebildeten oder die schlecht Gebildeten zu uns gekommen sind, wurde lange diskutiert. Tendenziell sind Flüchtlinge aber eher gut gebildet, da sie mehr Geld haben, um sich eine Flucht leisten zu können." Das berichtet das Recherche-Portal "Correctiv".

Fordern und Fördern


Landsberg hält ferner ein eigenes Leistungsrecht für anerkannte Asylbewerber und für geduldete Flüchtlinge für denkbar. "Nach dem Grundsatz 'Fordern und Fördern könnte es darin Anreize geben, damit Eingliederung besonders gut oder besonders schnell gelingt", betonte Landsberg.

Nach Angaben des Gemeindebundes steigen die Integrationskosten gerade für die Kommunen rasant. Aber eine ausreichende Erstattung der Ausgaben finde oftmals nicht statt.

"Das muss beendet werden", erklärte Landsberg. Es könne nicht sein, dass Mittel zum Beispiel des Bundes bei den Kommunen nur unvollständig ankommen. "Das ist auch eine Gefahr für das Engagement der Kommunen und der vielen ehrenamtlichen Helfer vor Ort", warnte der Hauptgeschäftsführer.

Mehr zum Thema: "Kinder sollen sich nicht fremd fühlen": Lehrerverband will Flüchtlingsanteil in Klassen begrenzen

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ks)

Korrektur anregen