Das ist der wahre Grund, warum der US-Pressesprecher Sean Spicer noch im Amt ist

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SEAN SPICER
Der US-Präsident Donald Trump und sein Pressesprecher scheinen ein gutes Team zu bilden | Jonathan Ernst / Reuters
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  • Einige fragen sich, warum Sean Spicer immer noch im Amt des Pressesprechers ist, obwohl er sich immer wieder Fehler erlaubt
  • Donald Trump gibt eine deutliche Antwort darauf

Der derzeitige US-Präsident Donald Trump ist besonders bekannt für seine enorme Nutzung von Twitter. Ob es sich dabei um Falschmeldungen, Bekanntmachungen des Weißen Hauses oder neue Gesetzesvorschläge handelt, Trump beauftragt seinen Pressesprecher Sean Spicer immer, alles in einen Tweet zu packen.

Und Spicer scheint die teilweise heftigen Meinungen des Präsidenten für die Öffentlichkeit nicht gerade zu mildern. Vor ein paar Tagen fiel der Pressesprecher auch durch einen unpassenden Vergleich von Hitler und dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad auf.

Wie die amerikanische Tageszeitung “Washington Post” berichtete, kam im Weißen Haus erst kürzlich die Frage auf, warum Trump einen solch aufbrausenden Menschen wie Spicer noch immer als Pressesprecher in seiner Regierung habe.

Der Präsident hatte darauf eine klare Antwort: “Ich werde Sean Spicer nicht feuern! Dieser Mann bekommt tolle Bewertungen. Jeder stimmt ihm zu.”

Spicer setzt wie Trump auf Bewertungen - und seine Falschmeldungen häufen sich

Das liegt wohl auch daran, dass die beiden eine wichtige Gemeinsamkeit haben - ein Hang zu Falschmeldungen und Bewertungen. Bereits auf seiner ersten Pressekonferenz hatte Spicer seinen Fokus auf das Thema Zuschauerzahlen bei der Amtseinführung gelegt und glänzte mit falschen Zahlen.

Dieses Spiel mit Falschmeldungen und überhöhten Meinungen, nur um die Gunst der Amerikaner zu bekommen, scheint dem Präsidenten perfekt in sein Konzept zu passen.

Wie die britische Tageszeitung “The Independent” berichtete, stehe für Trump an erste Stelle seine Bewertungen und die Zuschauerzahlen, egal in welchen sozialen Netzwerken und Kommunikationsplattformen.

Trump prahlt mit Zuschauerzahlen und vergleicht diese mit den Zahlen zu 9/11

Nun hat der Präsident in einem Interview mit der amerikanischen Nachrichtenagentur “Associated Press” damit geprahlt, höhere Zuschauerzahlen bei seinen TV-Auftritten zu haben als die Berichterstattung zum Terroranschlag am 11. September 2001.

Gerade für eine aufsehenerregende Präsentation von Zuschauerzahlen scheint Spicer der perfekte Mann zu sein. Der Präsident vergleicht die täglichen Besprechungen mit seinem Pressesprecher auch mit einer heiteren Seifenoper.

Und so scheint der Präsident auch zu regieren, nämlich mithilfe von TV-Sendungen Politik zu machen, schreibt die “Washington Post”. Das Spiel des Präsidenten mit den Medien, insbesondere dem Fernsehen, scheint laut “Washington Post” auch den traditionellen Ablauf im Weißen Haus zu beherrschen.

Tweets mit Falschmeldungen, Priorisierung von Zuschauerzahlen, Vermischung von TV-Sendungen mit Weltpolitik - dies beherrscht wahrscheinlich auch die Zusammenarbeit von Sean Spicer und dem wohl mächtigsten Mann Amerikas, Donald Trump.

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(poc)

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