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24/04/2017 12:40 CEST | Aktualisiert 24/04/2017 12:56 CEST

12 Schülerinnen wollten Obdachlosen helfen - dieses geniale Zelt ist das Ergebnis

Facebook/DIY Girls
Die Schülerinnen haben ein Zelt für Obdachlose entwickelt, das Wärme mithilfe von Solar-Energie bietet

  • Mädchen einer kalifornischen High-School haben ein Zelt für Obdachlose entwickelt

  • Das Besondere: Die Elektrogeräte im Zelt werden mit Solarenergie betrieben

Obdachlosen zu helfen und dabei auch noch die Umwelt zu schonen - diese Idee hatten zwölf Schülerinnen aus Kalifornien.

Sie haben ein Zelt entwickelt, das Obdachlosen Schutz bietet.

Ein Jahr Arbeit an dem Zelt

Die Idee für das Zelt entstand an einer High-School in Kalifornien. Insgesamt zwölf Schülerinnen bekamen die Möglichkeit, ein nachhaltiges Projekt zu starten, das ein gravierendes Problem löst.

Tatsächlich ist eines der größten Probleme von Obdachlosen die Kälte in den kalten Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonaten. In diesen Monaten könnten die Obdachlosen das Zelt nutzen, um sich warm zu halten. Dafür entwickelten sie das Zelt. Es soll zuerst Obdachlosen in der Millionen-Metropole Los Angeles helfen.

Um ihr Zelt auf die Bedürfnisse der Obdachlosen abzustimmen, haben die Schülerinnen Dutzende Menschen interviewt, die auf der Straße leben.

Seit einem Jahr arbeiten die Schülerinnen nun schon an ihrem Projekt. Das Zelt, das sie entwickelt haben, hat folgende Features:

1. Das Zelt lässt sich schnell zusammenbauen und in einem Rucksack verstauen

2. Solarzellen liefern Strom, um zum Beispiel ein Handy zu laden

3. UV-Lichter helfen dabei, das Zeltinnere von Keimen und Bakterien zu befreien

4. Eine Isolierung schützt gegen zu große Hitze und Kälte

“Sie haben diesen erstaunlichen inneren Willen, den ich noch nie bei Menschen gesehen habe”, sagt die Mathelehrerin und Projektbetreuerin Violet Mardirosian der US-Ausgabe der Huffington Post.

Die Zelte könnten auch Flüchtlingen Schutz bieten

“Ich dachte am Anfang, dass manche aufgeben würde, da sie nicht geahnt haben, wieviel Arbeit dahinter steckt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Alle arbeiten hart", sagt die Lehrerin.

Auch der familiäre Hintergrund der Mädchen hat bei der Entwicklung des Zelts eine Rolle gespielt. Sie alle stammen aus ärmeren Familien und Gegenden in der Kleinstadt San Fernando, in denen meist auch Obdachlose leben.

Einige der Mädchen haben auch einen Migrationshintergrund. Deshalb wollen sie die Zelte jetzt auch für den Einsatz in Flüchtlingslagern weiterentwickeln.

Die Schülerinnen hatten wenig mit Technik am Hut

Die 17-jährige Maggie Mejia sagte der Huffington Post, dass sie zuvor keinerlei technische Kenntnisse gehabt habe. So ging es den meisten Mädchen, die an dem Zelt gearbeitet haben.

Doch mithilfe von Videos und Büchern haben sie in den vergangenen Monaten einen Prototypen gebaut.

Mejia hat bei dem Projekt aber nicht nur technische Fertigkeiten erlernt.

“Ich habe viel darüber gelernt, anderen zu helfen. Der Gemeinschaft zu helfen, selbstlos zu sein und eine bessere Welt zu präsentieren. Ich habe gelernt, das Leben von anderen Menschen zu ändern”, sagte die Schülerin.

Auch das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurde auf das Projekt aufmerksam und hat die Mädchen eingeladen, um ihr Projekt den Professoren dort vorzustellen.

Allerdings hatten die Schülerinnen nicht das Geld nach Massachusetts zu reisen.

“Wir wollen den Ausflug gemeinsam mit allen Mädchen machen, denn jede von ihnen hat eine Idee beigesteuert. Und die Eltern wollen wir finanziell auch nicht unter Druck setzen”, sagt die Mathelehrerin Violet Mardirosian.

Zusätzlich hat sich auch die High-School eingeschaltet und eine Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation “DIY Girls” abgeschlossen, die insbesondere Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistern will.

Gemeinsam haben sie eine Spendenaktion auf der Internetplattform “Gofundme” gestartet, um ans MIT reisen zu können. Das nötige Geld kam innerhalb einiger Tage zusammen.

Jüngere Schüler sind jetzt schon interessiert und wollen im nächsten Jahr auch ein Projekt starten

Das Interesse der Mädchen an den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sei generell hoch, sagte Mardirosian. “Sogar jüngere Schülerinnen sind nun interessiert daran, im nächsten Jahr ein ähnliches Projekt zu starten.”

Außerdem betont die Projektleiterin: “Einige der Schülerinnen haben zuvor nicht über einen technischen Beruf nachgedacht. Doch mit diesem Projekt haben sie viel über ihre eigenen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit in einem Team gelernt. Dabei war jede einzelne Fähigkeit und Kenntnis wichtig für das Projekt - egal ob es eine Begabung im Schreiben, Zeichnen oder Reden war.”

Der Artikel erschien zuerst in den US-Ausgabe der Huffington Post und wurde von Simone Lohner aus dem Englischen übersetzt.

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(ks)

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