Sipri-Institut: Diese Zahlen zeigen, dass der neue Kalte Krieg längst begonnen hat

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RUSSIA ARMY
Ein russischer Soldat bei einer Anti-Terror-Übung in Rostow | Valery Matytsin via Getty Images
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  • Die weltweiten Rüstungsausgaben stiegen im vergangenen Jahr an
  • Besonders China steigerte seine Waffenkäufe enorm

Man könnte glauben, der Kalte Krieg habe wieder begonnen. Ein Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zeigt, wie die Rüstungsausgaben weltweit im vergangenen Jahr angewachsen sind.

Insgesamt stiegen die weltweiten Militärausgaben laut Sipri geschätzt um 0,4 Prozent auf 1686 Milliarden US-Dollar (1570 Mrd. Euro).

Nach Jahren sinkender Militärausgaben haben die USA 2016 die Ausgaben wieder leicht um 1,7 Prozent auf 611 Milliarden US-Dollar (knapp 570 Mrd. Euro) angehoben. Der Grund dafür sind die wachsenden Spannungen mit Russland und die Aufrüstung Chinas.

Auf der Sipri-Liste bleiben die USA mit fast dreimal so hohen Rüstungsausgaben wie der Zweitplatzierte China (geschätzte 215 Mrd. US-Dollar) mit Abstand weltweiter Spitzenreiter.

Russland liegt bei den Rüstungsausgaben nun auf Platz Drei

Auch Russland scheint sich bereits in einem neuen Kalten Krieg zu sehen und gab mehr Geld für Waffen aus. Es zog auch aufgrund eines unerwarteten Anstiegs seiner Ausgaben gegen Ende 2016 auf der Rangliste der Länder an Saudi-Arabien vorbei und belegte Platz Drei.

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In den vergangenen Jahren hat nur China (Anstieg von 118 Prozent) seine Militärausgaben kräftiger erhöht als Russland (plus 87 Prozent). Indien rückte mit Ausgaben von 55,9 Milliarden US-Dollar (52 Mrd. Euro) auf Platz Fünf vor Frankreich und dem Vereinigten Königreich vor.

Nur vier der 27 Nato-Länder, deren Rüstungsausgaben das Institut vergleicht, erreichten nach den Recherchen der Forscher 2016 das Nato-Ziel zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts: die USA, Estland, Frankreich und Griechenland.

Deutschland ist von der Zwei-Prozent-Marke noch weit entfernt

Besonders Deutschland, Belgien, Kanada, Dänemark, die Niederlande und Spanien müssten ihre Ausgaben demnach deutlich erhöhen, um dem Zwei-Prozent-Ziel zu entsprechen, auf das sich die Nato-Partner 2014 geeinigt hatten. Deutschlands Quote lag zuletzt bei nur 1,2 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nato-Länder mehrfach aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen und damit einen fairen Beitrag zu leisten. Beim Nato-Gipfel im Mai sollen die Ausgaben zentrales Thema sein.

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