Mit Baby-Robotern will eine US-Firma ungewollte Schwangerschaften verhindern

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REALITYWORKS
Die Roboter-Babys von Realityworks sollen möglichst wie echte Kleinkinder aussehen. | Koichi Kamoshida via Getty Images
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  • Eine Fabrik in den USA stellt lebensechte Babys her
  • Die Geräte schreien wie echte Kleinkinder
  • Die Babys sollen Teenager zeigen, wie mühsam das Leben mit einem Neugeborenen sein kann

Im US-Bundesstaat Wisconsin gibt es einen Ort, an dem sich Babys bis zur Decke türmen. Einige liegen in Kartonschachteln, andere wurden mit Plastikfolie umwickelt. Einige Babys wurden gar mit einem Hammer zertrümmert.

Was wie nach einem schrecklichen Werk eines Serienmörders klingt, ist in Wahrheit ein Ort der Erziehung. Denn die Babys sind aus Gummi, Draht und Sensoren gefertigt. Paare sollen damit vor der Geburt eines "echten", eigenen Kindes am Roboter-Kind üben können.

Die Puppen sind das Erfolgsprodukt der US-Firma Realityworks, wie das US-Nachrichtenportal "Wired" berichtet.

In deren Fabrik braucht es nur 15 Minuten, um ein solches Roboter-Baby herzustellen. Diese werden dann für 649 US-Dollar das Stück verkauft.

Üben am Simulator

Realityworks hat insbesondere Teenager als Zielgruppe für ihr Produkt im Visier. Denn die Roboter-Babys schreien lautstark, wie man das von echten Kleinkindern kennt. Mit einem solchen Technologie-Schreihals ausgestattete Teenager sollen durch Baby-Geschrei mitten in der Nacht lernen, was es heißt, ein Kind großzuziehen.

Und so vor ungewollten Schwangerschaften im Teenager-Alter abgehalten werden.

Schon fast zu lebensecht

Die Roboter-Babys gibt es in diversen Haut- und Haarfarben, sieben verschiedene Ethnien stehen im Angebot. Sie schreien, gurren und kacken wie richtige Kleinkinder. Eingebaute Sensoren messen, wie gut oder schlecht die "Eltern" das Baby behandeln und übermitteln die Daten fortwährend an einen Computer.

Die eingangs erwähnten Szenen in der Fabrik haben den Hintergrund, dass die Roboter-Babys von den Mitarbeiter hart angefasst werden, um diese zu Testen. Wie "Wired" berichtet, würden die Arbeiter die Babys etwa an nur einem Fuß in die Luft heben oder ihnen Schaltkreise aus dem Rücken reißen.

Nur durch diese Tortur zeigt sich, ob die künstlichen Babys reif für die echte Welt sind. Und Jugendliche mit Kinderwunsch durch nächtliches Geschrei zur Vernunft bringen können.

Hier gibt es die schaurigen Bilder aus der Fabrik zu sehen.

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(mf)

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