POLITIK
25/04/2017 05:29 CEST | Aktualisiert 25/04/2017 05:30 CEST

Diese Zahlen aus Berlin zeigen das ganze Scheitern der Mietpreisbremse

Jean Claude Castor via Getty Images
Panorama of Berliner Skyline at sunset

  • Neue Zahlen aus Berlin zeigen, wie wirkungslos die Mietpreisbremse ist

  • Nach ihrer Einführung ging die Preissteigerung nicht nur weiter - sie beschleunigte sich sogar

Eigentlich sollte die Mitte 2015 eingeführte Mietpreisbremse die Preisentwicklung bei Wohnraum bremsen. Doch dieses Ziel verfehlt sie deutlich.

Die Wohnungsmieten in deutschen Großstädten sind ab Mitte 2015 meist schneller gestiegen als zuvor. Das geht aus einer unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der in Düsseldorf erscheinenden Donnerstagsagsaugabe der "Rheinischen Post" vorliegt.

Vermieter kümmern sich wenig um die Preisbremse

Die Mietpreisbremse schreibt vor, dass bei Neuvermietungen in gefragten Gegenden der Preis nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf.

Mehr zum Thema: Darum ist die Mietpreisbremse offenbar wirkungslos

Darum kümmern sich Vermieter offenbar wenig. Das Institut macht am Beispiel Berlins deutlich, dass der Anteil der in Inseraten zur Neuvermietung angebotenen Wohnungen, deren Miete um mindestens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete lag, nach Einführung der Mietpreisbremse 2016 durchschnittlich 62,3 Prozent betrug.

Besonders in den einfachen Wohnlagen stiegen die Preise

Grundlage der Untersuchung waren sämtliche Berliner Wohnungsinserate auf der Online-Plattform Immobilienscout24 im Zeitraum 2014 bis 2016.

Dieser Anteil war damit 2016 um einen Prozentpunkt höher als vor der Einführung der Mietpreisbremse im Jahr 2014. Sie habe sich aber nicht nur in Berlin als weitgehend wirkungslos erwiesen, so das IW in seiner Studie.

Besonders stark stiegen die Mieten in den preiswerteren Berliner Wohnlagen: Betrug der Anteil der Wohnungen in einfachen Lagen mit Mieten, die um mindestens zehn Prozent über der Vergleichsmiete lagen, im Jahr 2014 noch gut 40 Prozent, war er im zweiten Halbjahr 2016 bereits auf 70,5 Prozent gestiegen.

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