Alle 2 Minuten stirbt ein Kind an Malaria - ein neuer Impfstoff könnte das beenden

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Kinder in Afrika bekommen bald die neue Malaria-Impfung | MShep2 via Getty Images
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  • 400.000 Menschen sterben jährlich an Malaria
  • Afrika ist am stärksten betroffen, weil Schutzvorkehrungen fehlen
  • Forscher testen bald den ersten Impfstoff gegen Malaria - und könnten so Menschenleben retten

Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria. Rund 400.000 Menschen verlieren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge jährlich ihr Leben wegen dieser von Mücken übertragenen Krankheit.

Nun gibt es Grund zur Hoffnung: Denn Forscher haben offenbar, einen Impfstoff gegen Malaria gefunden. Er wird 2018 in den afrikanischen Ländern Ghana, Kenia und Malawi getestet, meldet die WHO.

Der Impfstoff wurde entwickelt, um Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Monaten vor Malaria zu schützen. "Die Aussicht auf einen Impfstoff ist eine tolle Nachricht", sagte die Afrika-Direktorin der WHO, Matshidiso Moeti. "Zusammen mit bestehenden Mitteln könnte ein solcher Impfstoff Zehntausende Leben in Afrika retten."

Für den neuen Test sollen etwa 360.000 Kinder die vier nötigen Impfdosen erhalten. Noch mal so viele sollen als Kontrollgruppe dienen, um den Erfolg zu messen. Der Impfstoff "RTS,S" wurde vom Pharmahersteller GSK entwickelt.

Ein erfolgreicher klinischer Versuch von 2009 bis 2014 wurde auch von der Bill und Melinda Gates Stiftung unterstützt.

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WHO: "Jeder Tod, der von Malaria verursacht wird, ist vermeidbar"

Doch auch ohne Impfstoff gilt für den Chef des Malaria-Programms der WHO, Pedro Alonso: "Jeder Tod, der von Malaria verursacht wird - einer vermeidbaren und behandelbaren Krankheit - ist schlicht inakzeptabel."

Die Organisation fordert daher einen stärkeren Einsatz zur Verhinderung neuer Infektionen. Besonders für Afrika. Zwar kommt Malaria laut WHO derzeit in 91 Ländern vor, neun von zehn Infektionen passieren aber auf dem afrikanischen Kontinent.

Viele Patienten leiden dort zudem unter der gefährlichsten Form, der Malaria tropica, die durch den von der Anopheles-Mücke übertragenen Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst wird.

Präventionsmethoden helfen - doch nicht jeder hat die Möglichkeit sie anzuwenden

Die von der WHO empfohlenen Präventionsmethoden wie Moskitonetze, Einsatz von Insektiziden und saisonale Chemoprophylaxe hätten bereits zu großen Erfolgen im Kampf gegen Malaria geführt, erklärte die WHO am Montag in Nairobi.

Von 2010 bis 2015 ging die Zahl der Neuinfektionen weltweit demnach um 21 Prozent zurück, die Zahl der Todesfälle in Afrika sank um knapp ein Drittel.

Trotzdem seien in den betroffenen Ländern in Afrika immer noch rund 43 Prozent der Menschen weder durch Moskitonetze noch durch das Versprühen von Insektiziden in Wohnhäusern geschützt.

Zwei Drittel der schwangeren Frauen haben demnach in 20 afrikanischen Ländern noch keinen Zugang zur nötigen Chemoprophylaxe gegen Malaria.

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(ks)

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