Ivanka Trump gilt als mäßigende Kraft im Weißen Haus - doch das könnte täuschen

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IVANKA TRUMP
Ivanka Trump gilt als mäßigende Kraft im Weißen Haus - doch das könnte täuschen | Pool via Getty Images
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  • Die Präsidententochter Ivanka Trump gilt als mäßigender Einfluss im Weißen Haus
  • Sie engagiert sich etwa für Frauenrechte und gegen den Klimawandel
  • Doch ihr vermeintlich positiver Einfluss auf den Präsidenten könnte eine Illusion sein

Dank ihres Vaters Donald kann sich Ivanka Trump nun als "First Daughter" bezeichnen.

Neben der bisher blass gebliebenen "First Lady" Melania ist Ivanka Trump damit die vermutlich einflussreichste Frau der USA. Donald Trump hat sie erst kürzlich offiziell im Weißen Haus angestellt. Ihr Titel: Assistentin des Präsidenten.

Ihr Einfluss auf Vater Donald dürfte also groß sein. Da stellt sich die Frage: Mäßigt die Tochter den US-Präsidenten - oder bestärkt sie ihn in seinem radikalen Kurs?

Viele Beobachter hoffen darauf, dass Ivanka Trump die Stimme der Vernunft im Weißen Haus wird. Doch sie könnten sich täuschen.

Das Glamourpaar Trump und Kushner

Zusammen mit ihrem Ehemann Jared Kushner bildet die Präsidententochter das Glamourpaar des Weißen Hauses. Die beiden New Yorker gelten als politisch gemäßigt.

In New York hielten Trump und Kushner einen Spendenabend für den demokratischen Senator Cory Booker ab. Jetzt beraten die beiden eine republikanische Regierung.

Mehr zum Thema: Trump überfordert: Jetzt soll Schwiegersohn Kushner die Probleme der US-Politik lösen – und zwar alle

In einem internen Gerangel der Trump-Berater sollen sie den rechten Ideologen Steve Bannon ausgebootet haben.

Viele politische Beobachter setzen daher ihre Hoffnung auf Kushner und Trump. Die beiden sollen laut Berichten auch hinter den eher liberalen Entscheidungen der Trump-Regierung stecken.

Eine Auswahl:

  • Ivanka Trump soll laut einem Bericht der “New York Times” dafür gesorgt haben, dass sich die USA unter Donald Trump noch nicht aus dem Pariser Klimavertrag verabschiedeten
  • Generell gilt sie als Verfechterin der Frauenrechte, zumindest inszeniert sie sich als solche auf ihrer Webseite (“Inspiration und Stärkung für Frauen” lautet das Motto dort)

So viel zum vermeintlich positiven Einfluss der Präsidententochter.

Doch es gibt auch Kritik an Ivanka Trump

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Ivanka Trump beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington. Quelle: getty

Seit Beginn von Trumps Präsidentschaft musste seine Tochter allerdings auch viel Kritik einstecken. Unter anderem wurde da berichtet:

Glaubt man diesen Berichten, dann ist Ivanka Trump nur eine weitere Figur in der korrumpierten Familien-Regierung im Weißen Haus. Ihre Macht bestehe darin, auch den dunkelsten Momenten der Präsidentschaft ihres Vaters ein freundliches Image zu verleihen, schreibt die Wochenzeitung "Zeit" über sie.

Ihr Engagement für Frauenrechte wäre dann nicht mehr als eine Image-Kampagne für einen als chauvinistisch geltenden US-Präsidenten.

Und die Frage bleibt: Hat Ivanka Trump überhaupt Einfluss auf ihren Vater?

Ihr Vater soll gar nicht auf sie hören

“Die Hoffnung, dass Ivanka die Stimme der Vernunft im Weißen Haus ist, ist einfach falsch”, zitiert die "Zeit" die TV-Moderatorin Mika Brzezinski. Sie habe im Weißen Haus beobachtet: “Der Präsident hört auf niemanden. Auch nicht auf seine Tochter.”

Ivanka Trump weicht den Fragen nach ihrem Einfluss im Weißen Haus gerne aus. In einem Interview mit dem US-Sender CBS versuchte die Journalistin Gayle King aus ihr herauszukitzeln, in welchen Fragen sie mit ihrem Vater nicht übereingestimmt habe.

Trumps vage Antwort: “Für mich geht es nicht darum, meine Standpunkte einzubringen. Die Menschen Amerikas haben nicht mich zur Präsidentin gewählt”, sagte sie.

Die Journalistin ließ nicht locker und fragte weiter, ob sich Ivanka Trump nicht mitschuldig mache bei dem, was im Weißen Haus passiere. “Wenn mitschuldig bedeutet, eine Kraft für das Gute zu sein und einen guten Einfluss zu haben, dann bin ich mitschuldig”, sagte die.

Natürlich bedeutet das Wort “mitschuldig” etwas anderes. Ivanka Trumps Antwort ist ein Musterbeispiel für die verdrehten Antworten der Politiker.

Ivanka Trump ist eine Geschäftsfrau

Solange Ivanka Trump nicht deutlicher Stellung bezieht, bleibt so zu befürchten: Sie ist genau wie ihr Vater. Sie ist eine Geschäftsfrau, durch und durch. Sie wechselt so oft ihre Standpunkte wie ihre Armketten. Hauptsache, es ist gut für’s Geschäft.

Mehr zum Thema: Liebe Trump-Versteher: Aus diesem Mann wird kein guter Präsident mehr - auch wenn ihr euch das noch so sehr wünscht

Die einzige Gewissheit über Ivanka Trump ist dann auch: Seit Amtseinführung ihres Vaters eilt das Unternehmen “Ivanka Trump Marks LLC” von einem Rekord zum nächsten.

Ivanka Trump verwaltet das Unternehmen nicht mehr, um keine Interessenskonflikte zu provozieren. Zuletzt sicherte sich der Konzern drei neue potenziell wertvolle Markenrechte für China, wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr.

Der Zuschlag kam demnach an dem Tag, als der chinesische Staatschef Xi Jinping in Florida mit Donald und Ivanka Trump zum ersten Mal zusammengetroffen ist.

Am Dienstag wird Ivanka Trump nach Deutschland kommen. Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel nimmt sie in Berlin an einem internationalen Gipfel zur Stärkung von Frauen teil.

Eine weitere Möglichkeit für die Präsidententochter, das öffentliche Bild der Trump-Regierung zu prägen.

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(poc)

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